1. Wenn es geschieht, unerwartet, es dich trifft, geht deine Welt kaputt


    Datum: 07.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... Samstag ihr Abitur. Große Party ist angesagt. Die Vorbereitungen dafür halten alle auf Trab. Ich freue mich unglaublich auf diesen Tag.
    
    Stefan
    
    Wieder ein Tag zu Ende. Ich kam nach Hause, öffnete den Briefkasten, in dem sich eigentlich immer nur Werbung und Rechnungen befinden. Diesmal war ein Brief dabei, von Jasmin.
    
    Als ich ihn las, musste ich mich erstmal setzen. Sie lud mich ein, zu ihrer Abschlussfeier. Nein, es war eigentlich keine Einladung. Es war beinahe ein Ultimatum. Du kommst, stand da, keine Widderrede. Und wenn du nicht kommst, spreche ich kein Wort mehr mit dir.
    
    Also packte ich Freitags meine Sachen, setzte mich ins Auto und fuhr in meine Heimatstadt. Nach drei Jahren zum ersten Mal wieder. Meine Gedanken gingen zurück und drehten sich doch immer nur um das eine, besser gesagt, um die eine. Ich würde ihr nach langer Zeit wieder begegnen. Ich war nervös, unruhig, gespannt. Was, wenn sie einen anderen hatte, vielleicht sogar den Typen, mit dem sie...nein besser nicht darüber nachdenken.
    
    Sarah
    
    Die Party ging los. Nach und nach trudelten die Gäste ein. Familie, Freunde, Bekannte. Jasmins Augen leuchteten und sie strahlte alle an. Mir fiel auf, dass sie immer wieder zur Tür blickte. Immer wenn jemand reinkam, schaute sie rüber. Ich ging zu ihr, fragte, sag mal, wartest du auf jemanden? Gibt es da vielleicht jemanden, einen jungen Mann, von dem du mir noch nichts erzählt hast?
    
    Sie schaute mich an. Dann sah sie über meine Schulter. Ich sah eine ...
    ... kleine Träne über ihre Wange laufen. Ja, sagte sie, da gibt es jemanden. Aber er ist nicht mehr so jung und, ja, er gehört zu mir, aber eigentlich viel mehr zu dir.
    
    Ich drehte mich in ihre Blickrichtung. Die Welt stand still. Alles um mich herum wurde leise. Da war er, Stefan. Ich weiß nicht, wie lange ich dastand. Sah nur, wie er auf mich zukam, langsam, zögernd. Und was sagte dieser Mann, als er vor mir stand, leise flüsternd ... verzeih mir.
    
    Stefan
    
    Es war schon ziemlich was los, als ich endlich eintrudelte. Draußen vor der Tür stand Sarahs beste Freundin, Ines. Sie erstarrte zur Salzsäule. Ich glaub es einfach nicht, sagte sie. Nach all der Zeit und plötzlich bist du einfach da. Sie kam auf mich zu, umarmte mich, flüsterte, nimm sie dir zurück. Es war und ist eine schlimme Zeit. Sie wartet schon so lange.
    
    Wir lösten uns, ich schaute sie an. Sie strich mir über die Wange, los, sagte sie, mach schon.
    
    Ich ging hinein. Da war sie, stand mit dem Rücken zu mir und unterhielt sich mit Jasmin. Jasmin sah mich hereinkommen, sagte etwas zu Sarah und nickte in meine Richtung. Sarah drehte sich zu mir. Ich ging auf die beiden zu, unsicher, hoffend, blieb vor Sarah stehen und brachte grade noch ein "Verzeih mir" über die Lippen. Dann stürzte sie sich in meine Arme. Klammerte sich so fest, es tat fast weh.
    
    Sarah
    
    Ich ihm verzeihen? Diejenige, die das alles verursacht hatte, sollte ihm verzeihen. Ja, sagte er, ich hätte bleiben, mir dir reden sollen, so, wie du es doch ...