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Die Amazonen (1)
Datum: 14.07.2026, Kategorien: Insel der Scham,
Dr. Alexander Heldrich war ein gut aussehender Mann Mitte 30, der von seinen Freunden und engeren Kollegen Alex gerufen wurde. In seiner knappen Freizeit trieb er viel Sport, was ihm zu einer schlanken und gut geformten Figur verhalf. Eine feste Beziehung hatte er nicht, weil sein Beruf einen großen Stellenwert für ihn hatte und wenig Freiraum für familiäre Verpflichtungen ließ. Hier und da mal eine Liaison hatte er wohl, auch eine gute Freundin. Die beiden hatten aber einvernehmlich beschlossen, sich zu mögen, aber keine exklusive Zweier-Verbindung einzugehen. Alex hat sich schon als Kind und Jugendlicher für die Mythen und Legenden fremder Völker interessiert. Besonders zogen ihn die südamerikanische Kultur und deren Geschichte in seinen Bann. Deswegen war bald für ihn klar, dass er nach dem Abitur Ethnologie studieren würde. Das Studium absolviert er mit Bravour und es schloss sich eine Promotion an. Nachdem er sich in seinem Fach einen Namen gemacht hatte, dauerte es auch nicht mehr lange, bis ihm eine Professur an der Hochschule angeboten wurde. Es waren nicht die Hörsäle und Bibliotheken, in denen er seine Zeit verbringen wollte. Viel wichtiger war ihm, in der Welt unterwegs zu sein und vor Ort möglichst viel zu erfahren und zu erforschen. Er pflegte ein großes Netzwerk mit internationalen Wissenschaftlern und traf sich regelmäßig zum Austausch mit ihnen. Seine letzte Reise führte ihn an die Universidade Federal do Amazonas in Manaus, Brasilien. Mit seinen ...
... dortigen Kolleginnen und Kollegen diskutierte er über die Ureinwohner im Amazonasgebiet. Sehr interessiert war er außerdem, was von den Kulturen der Mayas und Azteken im Urwald bei Stämmen, die sehr isoliert lebten, noch in unsere Zeit hinübergerettet wurde. Ein Forscherteam berichtete ihm, dass sie bei einer Expedition menschliche Spuren gefunden hätten, aber niemanden angetroffen haben. Alex wurde durch die Berichte und Fotos der Kollegen sehr neugierig. Noch auf der Rückreise von diesem Treffen begann er, Pläne zu schmieden. Er würde selbst in den Amazonas reisen und versuchen, diese Wesen aufzuspüren, sie und ihre Kultur kennen zu lernen. Schon bald wurde ihm klar, dass er sich alleine auf den Weg machen würde. Mit einer ganzen Gruppe würden sie zu viel Unruhe verbreiten, bei den Ureinwohnern Verunsicherung auslösen und sie entweder vertreiben oder zu einem Angriff provozieren. Ihm war bewusst, dass ein solches Abenteuer sehr gefährlich wird. Aber mit guter Vorbereitung und einigen Vorsorgemaßnahmen wollte er das Risiko eingehen. In den folgenden Monaten sammelte und analysierte er systematisch Informationen, besorgte sich Ausstattung, eignete sich rudimentäre Kenntnisse über die Sprachen der Ureinwohner an und organisierte schließlich die Anreise mit Flugzeug, Jeep und Boot an den Ausgangspunkt seiner Expedition. So kam der Tag, an dem er sich mit dem Motorboot den Amazonas hinauffahren und an der Stelle absetzen ließ, die ihm seine Forscher-Kollegen beschrieben hatten. ...