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Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma
Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch
... drehe die Hand vorm Gesicht und sehe staunend zu. - Das ist... irre... als ob ich eine Marionette wäre, die ein Puppenspieler an unsichtbaren Fäden zieht. - - Nicht wahr? Für mich ist es auch seltsam, gestern noch habe ich meinen eigenen Leib bewegt, und heute deinen. - - Was ist mit deinem Leib passiert? Irgendwas schlimmes? - - Meine Tochter Marta und ich waren in höchster Not. Ich erzähl dir meine Geschichte, wenn wir mehr Zeit haben. Lass uns jetzt anfangen, das Gift zu bekämpfen in deinem Leib, der ja irgendwie nun auch meiner ist. - - Sehr gerne, das kannst du mir glauben. Und meinen Leib, ich teile ihn gerne mit dir, ohne dich wäre er jetzt wohl dem Tod geweiht. Betrachte ihn als unseren Leib. - - Danke, Josefine. Ich werde jetzt dieselbe Körperhaltung einnehmen wie vorhin, als du zum ersten Mal deine Gedanken an mich gerichtet hast. Ich werde eine Weile tief und fest einatmen, unser Herz wird ruhiger schlagen. Dann werde ich eine einfache Melodie summen und den Oberkörper langsam hin und her wiegen. Wenn ich das mache, dann stell dir bitte den Bereich deines Leibes vor, wo die Schmerzen sind, wenn das Gift weniger wird. Hihi, genau da, wo Johann vorhin so schöne Gefühle gemacht hat. Stell dir vor, dass dort ein winziges Tröpfchen von dem Gift ist, das du genommen hast. Dann stell dir vor, wie du mit der Kraft deines Geistes dieses Gifttröpfchen in heilendes Wasser umwandelst. Nach einer Weile heilst du ein kleines Stück nebenan und so weiter. ...
... Arbeite dich von dort langsam zu deinen Füßen und zurück bis zu deinen Haarwurzeln durch. Ich mache das Gleiche. - - Ich will es versuchen. Alles, damit ich dieses Zeug nicht mehr brauche. - - Dann lass uns anfangen! - Wir bekämpfen das Gift vom Unterleib aus nach unten und dann ganz nach oben. Schließlich höre ich auf mit dem Summen. - Wie fühlst du dich? - frage ich. - Es ist wunderbar. Als wenn das Zeug tatsächlich überall war und nicht nur in meinem Unterleib. Und weißt du was? Die Verzweiflung ist nicht mehr da, ich fühle Zuversicht. - - Das freut mich. Ich spüre es übrigens genauso. Dann werden wir den nächsten Schritt machen. Wir werden von hier verschwinden. - - Auf keinen Fall! Ich geh nicht nochmal in den Trainingsraum! - - Wirst du auch nicht. Dieser Zlatko wird uns nicht erwischen. Erzähl mir von deiner Flucht. Lass uns herausfinden, wie er dich finden konnte. - - Es war ein ganz normaler Tag. Das änderte sich, als ein Kunde etwas ganz besonders Widerliches von mir verlangte. In der Hoffnung, dass es ihm zu teuer wäre, verlangte ich 200 Euro extra dafür. Aber er zahlte das Geld und ich musste es tun. Nachdem er weg war, habe ich mich übergeben. Das war der Moment, als ich mich entschloss, wegzulaufen. Erst ging ich ganz langsam. Dann kam ich dahin, wo ich eigentlich nicht mehr sein durfte. Ich mied das Licht, zog die Stiefel aus und schlich mich im Dunkeln weiter. Nach zwei Stunden Fußmarsch fand ich ein halb fertiges Industriegebäude. Dort ...