1. Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma


    Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... wollte ich mich verstecken und am nächsten Tag sehen, wie ich weiter komme. Ich fand eine Lücke im Zaun und ging hinein. Drinnen fand ich eine Stelle, wo ich mich ausruhen konnte.
    
    Es dämmerte schon, da hörte ich Zlatko, wie er den Namen rief, den er mir gegeben hatte.
    
    "Jaqueline," rief er in singender Betonung, "ich weiß, dass du da drinnen bist! Wenn du jetzt rauskommst, dann verzeihe ich dir und wir gehen einfach nach Hause. Du hast eine Minute."
    
    Ich zitterte vor Angst, kauerte mich in eine Ecke, die Arme um die Knie geklammert und rührte mich nicht. Dann rief er "Ich komm jetzt rein und hol dich! Eine Chance hast du noch! Komm mir entgegen!"
    
    Ich rührte mich weiterhin nicht, hoffte, er würde mich nicht finden. Aber dann stand er direkt vor mir.
    
    "Steh auf!" herrschte er mich an.
    
    - Ich stand nicht auf. Dann packte er mich mit einer Hand am Hals und zog mich hoch. Ich konnte nicht atmen, dachte, dass ich sterben würde. Das machte mir nicht mal was aus. Der Tod ist besser als diese Hölle, dachte ich. Aber ich starb nicht. Er zog mich zum Ausgang und steckte mich in sein Auto. Willenlos ließ ich alles geschehen. Er brachte mich zum Trainingsraum, wo ich zur Hure ausgebildet wurde und stieß mich hinein. -
    
    - Du musst nicht weiter erzählen, Liebes, du hast es schon in deinem Gebet erwähnt. Lass uns nochmal überlegen, wie er dich gefunden haben könnte. Hat dich vielleicht jemand verfolgt und ihn informiert? -
    
    - Nein, ich hab mich immer wieder umgedreht, es ...
    ... war niemand hinter mir. -
    
    - Oder hat dich jemand gesehen, als du in das Gebäude gegangen bist und hat dich verraten? -
    
    - Ich glaube nicht, nein. -
    
    - Hatte er vielleicht einen Hund dabei, der deine Spur verfolgt hat? -
    
    - Nein, auch nicht. -
    
    - Vielleicht hat er dir ein magisches Ding gegeben, was ihn zu dir führte. Etwas, was du immer bei dir hast? -
    
    - Ich weiß nicht. -
    
    - Moment mal. -
    
    Ich nehme ihre Tasche, die sie bei sich trug, und leere alles auf den Tisch. Den rechteckigen, flachen Gegenstand, den sie vorhin benutzt hat, nehme ich in die Hand. Es fängt wieder an, in bunten Farben zu leuchten.
    
    - Was ist das? -
    
    - Das ist mein Handy, man kann damit telefonieren und ich muss es immer bei mir haben. Ich kann aber nur Zlatko und den Notruf anrufen, niemand sonst. -
    
    - Ich weiß nicht, was das alles bedeutet. Aber hat er es vielleicht mit einem finsteren Fluch belegt? Der dafür sorgt, dass er weiß, wo du bist? Warum sonst sollst du es immer dabei haben? -
    
    - Wie soll er denn... oh nein, ich bin so blöd! Natürlich hat er das! Er muss eine Ortungsapp drauf gemacht haben. So hat er mich gefunden! -
    
    - Siehst du? Problem gelöst! Dann bleibt das Ding hier und er kann unterm Bett nach dir suchen. Hast du etwas anderes anzuziehen als... das was du vorhin anhattest? Dieses Nachthemd ist sicher auch unpraktisch. -
    
    - Ja hab ich. Aber ich will erst duschen. Überlässt du mir bitte wieder die Kontrolle? -
    
    - Natürlich. -
    
    - Danke! -
    
    Wir ziehen uns ...
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