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Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma
Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch
... gespürt, was es heißt, wenn sie die Spritze nicht rechtzeitig bekommt. Das kannst du dir damit ersparen." Das war Motivation genug. Ich ging zu dem Kerl und überzeugte ihn. Er holte sich Geld am Automaten und ich zeigte ihm in seinem Auto, dass es sich für ihn lohnte. Auf dem Rückweg wurde mir klar, dass ich nun eine richtige Hure war. Ich gab Zlatko das Geld. Insgesamt hatte ich von vier verschiedenen Männern für viermal Sexarbeit 160 Euro bekommen. Mein erster Tag als Sexarbeiterin. Der erste von 330 Tagen. Die ersten vier Männer von insgesamt 2138 verschiedenen Männern und 37 Frauen, mit denen ich 2631 mal Sex gegen Bezahlung hatte. Die ersten 160 Euro von insgesamt 112040. Jetzt habe ich fast nichts mehr davon. Die 50, die ich noch habe, will ich spenden. Ich will sie nicht mehr." Josefine unterbricht, weil wir schon wieder weinen müssen. Etwas später erzählt sie weiter. "Er lobte mich für die 160 Euro und fuhr mit mir zu seiner Wohnung. Die Nacht verbrachte ich zusammen mit ihm in seinem Bett. Das war Tag Nummer neun nach der Bahnfahrt nach Hamburg. Am Morgen frühstückten wir, danach gab er mir mein Telefon zurück. "Die Pin ist dieselbe." meinte er grinsend. Als ich das Menü öffnete, war ich entsetzt und mir standen die Tränen in den Augen. All meine Kontakte, die Bilder, die ich gemacht hatte, nichts war mehr da. Ich würde zu niemandem Kontakt aufnehmen können, denn ich kannte keine einzige Telefonnummer auswendig. Alles war in dem Telefon ...
... gespeichert und wohl für immer verloren. Er erklärte mir, dass es von nun an nur zwei Kontakte für mich gäbe. Ich könnte nur noch ihn anrufen und SMS zu einer weiteren Nummer schicken. Außerdem bräuchte ich die alten Kontakte nicht mehr, da ich ja nun jede Menge neue Leute kennenlernen würde, meinte er zynisch. Fotos könnte ich mir neue machen. Internet Zugang hatte ich auch nicht mehr. Er sagte mir, dass ich nach jedem Einsatz eine SMS senden müsste, in der steht, wieviel ich kassiert und was ich dafür getan habe. Das Telefon hätte ich rund um die Uhr bei mir zu haben, damit er mich und ich ihn erreichen könnte. Ich sollte alle meine Sachen, die ich noch bei ihm hatte, in meine Reisetasche packen. Wir fuhren wieder zum Trainingsraum, gingen aber nicht da runter, sondern zu einer Wohnung im Erdgeschoss. Er stellte mich dem Bewohner vor. Der hieß Bernie, saß querschnittsgelähmt im Rollstuhl und arbeitete für Zlatko. Bei Bernie sollte ich jede Nacht mein eingenommenes Geld gegen Quittung abliefern und er würde mir auch alle neun Tage die Spritze verabreichen. Dann führte er mich in den ersten Stock, wo im Korridor sechs Räume waren. Eine der Türen war mit Jaqueline beschriftet. Er schloss auf, reichte mir den Schlüssel und sagte, das sei nun mein neues Zuhause. Im Zimmer stand ein Bett, ein Tisch, zwei Stühle, ein Kleiderschrank und ein Schminktisch. Es gab einen Fernseher an der Wand und ein Radio. Rechts neben der Eingangstür war eine Nasszelle aus Kunststoff eingebaut, in ...