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Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma
Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch
... von dem nichts mehr als solches erkennbar ist. Ich spreche ein Gebet, nenne alle 26 Namen und wünsche allen 26 Seelen, dass sie ihre ewige Ruhe gefunden haben. Wieder kommen ein paar Tränen, aber es ist nicht mehr Trauer, sondern ich weiß, dass es allen 26 Seelen, genau wir mir, gut geht auf die eine oder andere Weise. Nun ist es Zeit, nach der Flasche zu sehen. "Ich danke euch, dass ihr zusammen mit mir gebetet habt. Habt ihr jetzt Lust, mir zu helfen, die Flasche zu finden?" "Das machen wir. Wo müssen wir hin?" "Marta und ich haben einen Geländepunkt gewählt, der auch in hunderten von Jahren noch wiederzuerkennen ist. Wir müssen in Richtung Elba. Da gibt es eine Erhebung, von wo aus man weit sehen kann. Vom höchsten Punkt aus haben wir uns Schrittzahl und Richtung gemerkt, wo wir die Flasche vergraben haben." "Wartet mal," sagt Sina, "ich guck nochmal in Google Maps, ob so etwas drin ist." Sina lässt wieder die Finger über ihr Telefon fliegen. "Da ist was!" sagt sie, "Aussichtsturm Kniepenberg, knapp zwei Kilometer nördlich von hier. Wollen wir laufen? Wir können aber auch mit dem mit dem Auto hinfahren, dann müssen wir nicht über so viele Zäune klettern." Sina zeigt in Richtung Kniepenberg. Der Name ist mir nicht vertraut, dennoch könnte es die Stelle sein. "Die Richtung stimmt!" sage ich, "lass uns mit dem Auto hinfahren, dann können wir uns dort umsehen." Wir fahren dort hin und gehen zum hölzernen Aussichtsturm, der an der höchsten Stelle ...
... aufgestellt ist. Wir klettern hoch und sehen uns um. "Hier ist es! Von hier aus müssen wir 200 Schritte genau in Richtung Elba, dort ist die Flasche vergraben." "Na dann, ich hole Schaufel und Spaten aus dem Auto und dann werden wir zu Schatzsuchern." Papa lacht und macht sich auf den Weg, um die Sachen zu holen. Als er wieder da ist, gehen wir gemeinsam, alle zählen ihre eigenen Schritte und wir legen ein Gebiet fest, wo wir graben. Beim zweiten Versuch haben wir Glück und stoßen auf einen der oberen Abdecksteine. Vorsichtig legen wir alle Steine frei, unser Herz pocht heftig vor Aufregung. Papa nimmt die oberen Steine hoch und legt den Steinring darunter frei. Mit der Hand nehme ich vorsichtig den Sand beiseite und dann berühre ich die Flasche. Sie ist noch intakt. Mit zitternden Fingern nehmen wir sie hoch. Das Siegel ist brüchig und zerfällt. Als Marta und ich die Flasche vergraben hatten, war das braune Glas klar und durchsichtig, aber jetzt ist es trübe, scheinbar hat es sich verändert im Laufe der Zeit. Aber was ist mit dem Papier darin? "Wie kommen wir an die Brieflein, ohne die Flasche kaputt zu machen? Wir müssen nachsehen, ob Marta ein weiteres Brieflein reingesteckt hat, vielleicht schon vor langer Zeit." Mama lacht. "Da ist er, der Moment, in dem ich die Pinzette brauche, die ich, wer weiß warum, ständig in meiner Handtasche herumschleppe." Mama holt das Ding raus, das sie Pinzette nennt. "Weißt du, wie man das benutzt?" Wir schütteln den ...