1. Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma


    Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... Kopf. Mama zeigt es mir, aber ich bin zu aufgeregt, um es hinzubekommen. Da übernimmt Mama wieder. Mit viel Geschick zieht sie die Brieflein aus der Flasche. Sie sind nahezu unversehrt, wenn man von den verkohlten Rändern absieht.
    
    "Mehr ist nicht drin." sagt Mama.
    
    "Seht, diesen Brief hat Marta geschrieben, den anderen ich."
    
    "Seltsame Schrift," sagt Sina, "habt ihr so geschrieben damals?"
    
    "Ja, für dich sieht es wohl ebenso seltsam aus wie für mich, wenn du etwas schreibst. Ich schreib ein neues Brieflein, dann stecken wir alle drei wieder in die Flasche und vergraben sie wieder, damit Marta sie finden kann und letztendlich uns finden kann, falls wir dann noch leben."
    
    "Lass uns aber die neue Flasche nehmen," sagt Papa, "wer weiß, ob die alte nochmal so lange hält. Und da passt auch der Korken."
    
    "Ja, die alte Flasche legen wir einfach leer daneben. Was soll ich denn schreiben? Ich meine, was kann ich schreiben, damit Marta uns findet?"
    
    "Schreib einfach Josefines Adresse. Sie lautet Josefine Bergmann, Alte Dorfstraße 69, Altencelle, 29227 Celle. Dann findet sie uns. Ich ruf mal schnell Timmi an, vielleicht hat er schon die Telefonnummer von der SIM Karte."
    
    Wir schreiben unseren lieben Gruß an Marta, Josefines Adresse, die Telefonnummer und das heutige Datum auf das Papier. Erst ich in der altdeutschen Schrift, dann Josefine in der neuen Schrift. Danach werden die Flaschen wieder vorsichtig mit der Öffnung nach unten zwischen die Steine gesteckt, mit ...
    ... feinem Sand gesichert, abgedeckt und schließlich wird das Erdloch wieder zugeschüttet.
    
    Ich umarme meine Lieben und bedanke mich, dass sie mit mir hierher gekommen sind.
    
    "Habt ihr noch ein wenig Geduld mit mir?" frage ich.
    
    "Natürlich!"
    
    "Würdet ihr mit mir zur St. Johannis Kirche fahren? Dort bin ich getauft worden und dort möchte ich Gott danken, dass ich hier sein darf und dass er meine Seele zu Josefine geführt hat."
    
    "Das machen wir!" sagt Papa und schon sind wir unterwegs.
    
    Wir kommen dort an und ich bin überwältigt.
    
    "Seht nur!" rufe ich den anderen zu. "Sie sieht nicht mehr so aus wie damals, aber sie ist wunderschön geworden! Ein neuer Turm, ein neues Dach, die Mauern schön getüncht! Kommt schnell, ich muss sie unbedingt von innen sehen!"
    
    Die Tür ist offen und wir gehen rein. Gehen ist untertrieben, eigentlich rennen wir fast. Wir sehen uns um und ich bin total aufgeregt.
    
    "Die Bilder in den Fenstern sind neu, sie sind wunderschön! Überhaupt ist alles neu hier drinnen. Die Stühle, die Orgel, der Altar und das Taufbecken!"
    
    Ich gehe bis vorne vor den Altar.
    
    "Genau an dieser Stelle sind Johannis und ich getraut worden. Hier haben wir den Segen bekommen."
    
    Ich knie mich vor den Altar und spreche leise ein Gebet, danach betet Josefine auch noch.
    
    Danach umarme ich die drei anderen und danke ihnen, dass sie mit mir hierher gekommen sind.
    
    Wir fahren wieder nach Hause.
    
    - Ich muss immer wieder an Marta denken, Josefine. -
    
    - Sie wird uns ...
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