1. Ein Herz und zwei Seelen -- Josefine Selma


    Datum: 30.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... meines alten Lebens.
    
    Josefine hat zwar beschlossen, die Schule nicht fortzusetzen, aber gelernt haben wir beide dennoch. Ich kann fast so gut Englisch wie Josefine und auch ein bisschen Französisch. Naturwissenschaften, insbesondere Biologie, und Mathematik interessieren uns beide sehr. Vor einem Jahr habe ich nicht gewusst, dass Differentialgleichungen existieren, heute kann ich sie lösen. Und noch etwas interessiert mich brennend: Geschichte. Ich glaube, ich bin zu einer Geschichtsexpertin geworden, wenn es um den 30-jährigen Krieg geht. Hat er doch das Schicksal meiner Familie maßgeblich beeinflusst.
    
    Das Buch der Heilkunde habe ich neu aufgeschrieben. Dazu haben wir extra ein Buch mit leeren Blättern und edlem Ledereinband besorgt. Josefine kann es auch auswendig. Und wir haben beschlossen, unsere Gabe und unser Talent zu nutzen. Wir machen eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und zur Physiotherapeutin. Wenn alles gutgeht, dann haben wir in ein paar Jahren unsere eigene Praxis und können unseren Lebensunterhalt mit dem verdienen, was uns richtig viel Spaß bringt.
    
    Und ich bin überglücklich, dass Marta und ich uns wiedergefunden haben. Wir treffen uns regelmäßig.
    
    Heute, an unserem 20. Geburtstag, sehen wir nach achteinhalb Monaten endlich den Mann wieder, den wir beide lieben. Johann!
    
    Wir hatten den Besuchstermin im Knast extra für heute beantragt, weil Josefine sich genau an diesem Tag endgültig von dem Psychopathen befreien wollte. Das ist nun passiert ...
    ... und deshalb können wir uns unbeschwert um unser Glück kümmern, genau ein Jahr nach der ersten Begegnung zwischen Josefine und Johann.
    
    Lächelnd steuere ich das Auto in Richtung Hamburg-Bergstedt. Noch fünf Kilometer.
    
    - Manchmal wünschte ich, ich könnte deine Gedanken lesen. Du denkst an was schönes, oder? Jedenfalls lässt mich unser Lächeln das vermuten. -
    
    - Ja, ich denke daran, dass wir beide jetzt ein wirklich schönes Leben haben und ich freue mich auf Johann. -
    
    - Ich freue mich auch auf ihn. Hoffentlich hat er sich in der Zwischenzeit nicht eine Andere gesucht. -
    
    - Hat er nicht. Da bin ich ganz sicher. -
    
    - Was macht dich so sicher? -
    
    - Das kurze Leuchten in seinen Augen, als ich ihn gefragt habe, ob er Johannis ist. -
    
    - Ich wünsche wirklich, dass du recht damit hast. -
    
    - Wir werden es bald wissen. -
    
    - Hey, noch ein Kilometer, ich bin wieder dran. -
    
    - Oh ja, tatsächlich. Bitte schön! -
    
    - Danke! Seltsam hier, oder? Obwohl wir in Hamburg sind, könnte man meinen, wir sind in irgendeinem Dorf. -
    
    - Mir gefällt es. -
    
    - Mir auch. Hausnummer 185, ein paar Häuser weiter noch. -
    
    - Da ist es! Da neben dem Haus, das ist sein Wohnmobil! Und da, ein Pritschenwagen mit der Aufschrift seiner Zimmerei! Es sieht so aus, als ob er zuhause ist! -
    
    - Unser Herz pocht ganz heftig! -
    
    - Ich wage mal die Prophezeiung, dass es bald noch viel heftiger pochen wird. -
    
    - Da ist Platz zum Parken. Ich halt mal an. -
    
    Wir steigen aus unserem weiterhin ...
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