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Meine Schwiegertochter
Datum: 02.08.2026, Kategorien: Romantisch
... der Elias aussehe. Ich schob diese Bemerkung in den Bereich dummes Zeug. Die Jahre vergingen. Frank wuchs heran und war ein wirklich zartes Kind und dann ein schlaksiger Jüngling. Er war eher der Typ, der sich mit Büchern und Zeichnen beschäftigte und so gar keine Lust auf die Landwirtschaft hatte. Ingrid und ihr Vater hatten so manche Auseinandersetzung deswegen. Mich traf es dann hart, als meine Eltern auf dem Rückweg aus dem Urlaub in Spanien verunglückten und nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus am gleichen Tag ihren schweren Verletzungen erlagen. Ein angetrunkener Trackerfahrer hatte sie frontal erfasst und ihr Auto den Abhang runter geschoben. Zu mindestens das, was noch davon übrig war. Meine Firma war sehr gut zu mir und gab mir einen Monat Zeit, um alles klären. Ingrid war mir eine große Hilfe und unterstützte mich, wo sie nur konnte. Fast ein Jahr später schlug dann das Schicksal bei ihr zu und ihr Vater erlitt einen Schlaganfall, der den großen Kerl zu einem Pflegfall machte. Ingrid pflegte ihn mit großer Hingabe und war manchmal wirklich am Ende ihrer eigenen Kräfte. Es war gut, dass Frank schon groß war und ihr hier und da helfen konnte. Mehr als als ein Jahr dauerte die Quälerei und dann machte der Vater die Augen zu und wachte nicht wieder auf. Frank erzählte mir später, dass es kaum noch auszuhalten war und der Alte Ingrid immer wieder mit seiner Frau verwechselte und in seinem Wahn, Sachen von ihr verlangte, die man von einer Tochter ...
... nicht verlangen darf. Ingrid trauerte sehr lange um ihren Vater und ich musste mich um alle notwendigen Schritte kümmern. Frank unterstützte mich, so gut er es konnte. Unser Vater-Sohn-Verhältnis besserte sich dadurch. Wir führten lange und sehr vertrauensvolle Gespräche und dann wusste ich, dass er sich ein weiteres Leben nur mit seiner Kunst und nicht mit der Landwirtschaft wünschte. Ich riet ihm, sich mit seiner Mutter zu unterhalten und seine Wünsche klar zu äußern. Nachdem er meinem Rat gefolgt war und seiner Mutter seine Träume gestand, legten wir gemeinsam fest, dass wir die landwirtschaftlichen Flächen an die Agrargenossenschaft oder einen anderen Interessenten verkaufen sollten. Ingrid überließ mir die Verhandlungen, obwohl sie alles geerbt hatte. Auch nach Begleichung der Erbschaftssteuer war meine Frau eine wirklich wohlhabende Frau mit einem großen Haus und einem mehr als hohem Guthaben auf der Bank. Meine Aufträge für die Firma brachten es mit sich, dass ich immer weniger zu Hause war und so manches nicht mitbekam. Frank war ein guter Sohn und noch besserer Schüler und machte sein Abi mit wirklich guten Noten. Er begann dann ein Studium im Bereich der Medien an unserer Hochschule, an der Hochschule, an der wir auch studiert hatten. Nachdem wir seinen 19ten Geburtstag gefeiert hatten, veränderte sich mein Sohn. Er war noch nie sehr mit den jungen Leuten durch die Stadt gezogen, aber jetzt igelte er sich völlig ein und auch ich konnte nicht zu ihm ...