1. Die erste Regung


    Datum: 03.08.2026, Kategorien: Fetisch

    ... Prickeln reagiert, das ich nicht steuern kann.
    
    Dann kommt mir ein Gedanke.
    
    Ein verbotener, leiser, kranker Gedanke, der sich ganz langsam in mir formt. Was wäre, wenn ich hineinginge? Nur einen Moment. Nur um ganz nah an ihn heranzutreten. Um seinen Atem auf meiner Haut zu spüren. Ich müsste ihn nicht anfassen. Ich müsste nichts tun. Nur... fühlen.
    
    Er ist fixiert. Er kann mir nichts tun. Ich wäre sicher. Ich bin es ja jetzt auch -- draußen, hinter der Tür. Aber darin liegt kein Risiko. Keine Lust.
    
    Was wäre, wenn ich...?
    
    Ich reiße mich los von dem Gedanken. Atme flach, die Stirn gegen die Tür gelehnt. Meine Knie sind weich. Ich spüre mein Herz im Hals klopfen. Ich weiß, das ist falsch. So falsch. Und doch denke ich weiter.
    
    Was wäre, wenn ich mich heute Nacht noch einmal hierher schleiche? Wenn ich warte, bis es draußen dämmert, bis die Klinik langsam erwacht -- und ich vorher ein letztes Mal zu ihm gehe?
    
    Was, wenn ich mich einfach traue?
    
    Teil 4 -- Die blaue Warnung
    
    Der nächste Tag beginnt wie jeder andere. Max küsst mich zum Abschied auf die Stirn, ich trinke meinen Kaffee im Stehen, ziehe meine weiße Hose hoch, stecke das Handy in die Tasche. Ich lächle in den Spiegel, aber mein Blick bleibt leer.
    
    Ich bin nicht bei ihm. Ich bin bei jemand anderem.
    
    Auf der Fahrt zur Klinik lasse ich das Fenster einen Spalt offen. Die Luft ist kühl, feucht, ein Hauch Herbst liegt in der Dämmerung. Ich atme tief durch, versuche mich zu sammeln, aber in ...
    ... mir gärt etwas. Eine Spannung, die nicht verschwindet. Die sich immer weiter auflädt.
    
    Ich betrete die Station pünktlich. Die Übergabe ist kurz. Keine Vorkommnisse, keine neuen Einweisungen. Als ich den Medikamentenwagen vorbereite, streicht meine Hand wie von selbst über das kleine Fach mit den blauen Tabletten -- Tadalafil 20 mg. Ein starkes Mittel gegen erektile Dysfunktion. Wird selten gebraucht. Nur in Ausnahmefällen.
    
    Ich sehe sie an. Zwei winzige, leuchtend blaue Pillen. Und ich weiß sofort, woran ich denke.
    
    Meine Runde beginnt. Routine. Zimmer für Zimmer. Ich klopfe, kontrolliere, verabreiche. Dann komme ich zu Zimmer 12C. Ich atme einmal tief durch, entsichere die doppelte Tür mit meinem Transponder, trete ein.
    
    Er liegt wieder da. Ruhig. Festgeschnallt, wie immer. Die Sonne fällt durch das schmale Fenster auf sein Gesicht. Seine Augen sind offen. Wach. Und auf mich gerichtet.
    
    „Du bist wieder da", murmelt er, und ein leichtes Grinsen zuckt über seine Lippen.
    
    Ich sage nichts. Rolle den Wagen näher heran, kontrolliere seine Vitalzeichen, schiebe das Tablett mit den Medikamenten auf den Ausziehtisch. Ich nehme die weiße Tablette -- ein starkes Neuroleptikum -- und halte ihm ein Glas Wasser hin.
    
    „Mund auf."
    
    Er gehorcht. Öffnet den Mund, lässt die Tablette auf die Zunge gleiten, trinkt. Ich beobachte, wie seine Kehle sich bewegt, wie er schluckt. Langsam. Provokant.
    
    Dann sagt er leise: „Die große Wölbung, die du gestern gesehen hast... war gar ...
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