1. Die erste Regung


    Datum: 03.08.2026, Kategorien: Fetisch

    ... sein. Ich sollte den Stationsarzt rufen. Ich sollte einen Bericht schreiben. Doch ich tue nichts davon. Stattdessen atme ich tief ein -- und lausche.
    
    „Ich hab gesehen, wie du mich anschaust", sagt er. „Du bist neugierig. Du willst fühlen. Du willst wissen, ob du es aushältst."
    
    Ich schließe die Augen. In meiner Fantasie bin ich nicht mehr in der Klinik. Ich bin in einem dunklen Zimmer, allein mit ihm. Ohne Gurte, ohne Schutz, ohne Uniform. Ich knie vor ihm, fühle seinen Atem, seinen Geruch. Ich sehe seine Erektion -- monströs, dick, pulsierend. Ich sehe mich selbst, wie ich langsam die Beine spreize...
    
    Ich reiße mich los. Was zur Hölle denke ich da?
    
    Ich gehe zurück ins Pflegezimmer. Mache mir einen Kamillentee. Meine Hände zittern. Ich setze mich an den Tisch, versuche mich zu beruhigen. Aber ich bin feucht. Ich spüre es. Trotz des schlechten Gewissens, trotz der Angst -- mein Körper reagiert.
    
    Ich denke an Max. An unseren Sex. An die weichen, vorsichtigen Bewegungen. An sein leises Stöhnen, wenn er kommt. Es ist vertraut, sicher, vorhersehbar. Und dann denke ich an das Gegenteil. An rohe Lust, an Schmerz, an Fülle, an einen fremden Körper, der mich sprengt, der mich benutzt.
    
    Ich greife in meine Tasche, hole mein Handy hervor. Eine neue Nachricht von Max:
    
    „Ich denke an dich. Schlaf gut, mein Engel."
    
    Ich starre auf die Worte. Dann lege ich das Handy zur Seite und gehe langsam wieder auf den Flur hinaus. Ich weiß, dass ich zurückgehen werde. Nicht um zu ...
    ... helfen. Nicht um zu kontrollieren.
    
    Nur um ihn noch einmal zu sehen.
    
    Nur um zu spüren, wie nah ich am Abgrund stehe.
    
    Teil 3 -- Der Gedanke
    
    Ich schleiche leise über den Flur zurück. Meine Schritte hallen auf dem Linoleumboden, doch es ist niemand da, der sie hören könnte. Die Kameras im Gang sind alt, die meisten funktionieren nicht einmal mehr richtig. Station 4 ist ein blinder Fleck im System. Ein Ort, den man vernachlässigt hat, weil alle glauben, dass hier sowieso nichts Gutes mehr geschieht.
    
    Ich bleibe wieder vor der Tür stehen. Zimmer 12C.
    
    Der Sichtschlitz ist auf Augenhöhe. Zögerlich hebe ich die Hand, schiebe die kleine Metallklappe auf. Mein Puls hämmert. Ich weiß nicht, was ich sehen werde. Vielleicht starrt er mich wieder an. Vielleicht spricht er wieder mit dieser Stimme, die sich in meine Träume frisst.
    
    Aber er schläft.
    
    Er liegt ruhig da, der Brustkorb hebt und senkt sich im Rhythmus seines Atems. Sein Gesicht ist entspannt, fast friedlich. Das dunkle Haar liegt wirr auf dem Kissen, der Schatten seines Bartes zieht sich bis über den Hals. Das Hemd über seinem Körper ist ein Stück verrutscht -- seine Hüften sind zu sehen. Ich bemerke unwillkürlich, dass selbst im Schlaf seine Männlichkeit deutlich unter dem Stoff erkennbar ist. Eine Wölbung, die fast obszön wirkt.
    
    Ich beiße mir auf die Lippe. Zwinge mich, nicht länger zu starren. Und doch halte ich den Blick. Fühle, wie die Wärme zwischen meinen Beinen zunimmt, wie mein Körper mit einem ...
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