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Ein erzwungenes Leben als Frau 3
Datum: 04.08.2026, Kategorien: Transgender,
Ich erfuhr bald, dass Heinrich wirklich kein Spinner war, wie meine unwissenden Eltern glaubten, sondern ein ernsthaft studierender und forschender Gelehrter mit einem akademischen Abschluss als Kulturanthropologe sogar. Er hatte im Auftrag seines Meisters und der Bruderschaft zur Sonne ethnologischen Feldstudien bei Schamanen in Amerika, Indien und Sibirien betrieben und bestehende Theorien auf diesen Gebieten weitergedacht und weiterentwickelt. Letztlich hatte er sich entschlossen, sich auf sein Hofgut zurückzuziehen, um die Früchte seiner Forschungen in Schriften festzuhalten und dabei ein einfaches Selbstversorgerleben zu führen mit wenigen Vertrauten und Untergebenen, die ihn unterstützen sollten, den Schamanismus konkret zu praktizieren und zu leben. Da er hauptsächlich an dem Phänomen der sogenannten Transgender-Schamanen interessiert war, die eine wichtige Rolle im Besessenheitsschamanismus spielen, war es ihm, wie er mir versicherte, eine Freude gewesen auf mich zu stoßen, der aufgrund seiner natürlich femininen körperlichen, geistigen und seelischen Veranlagung, geradezu prädestiniert sei, zu einem solchen Transgender-Schamanen ausgebildet zu werden. Ich muss schon gestehen, dass Heinrich auf Menschen, die ihn nicht kannten, womöglich etwas befremdlich wirken konnte mit seiner ganzen bärenhaften Erscheinung. Ein dichter grauer Bart wallte von seinem Kinn weit herunter und sein Haupthaar war auch viel zu lang und wirkte beim genaueren Hinsehen etwas ...
... verfilzt, fast wie Rastalocken. Heinrich war praktisch eine Mischung aus frühgermanischem Berserker und einem distinguierten tiefgeistigen Honorarprofessor. Man wusste nie genau, welche seiner Seiten momentan überwog. Das machte jede Begegnung mit ihm zu einem Abenteuer. Wenn ich vor ihm stand, musste ich zu ihm, dem Hünenhaften, hinaufschauen und sein mächtiger Bauch ragte mir ins Gesicht. Mit seinen prankengleichen starken Armen und Händen konnte er fest zupacken, aber auch ganz sanft mit Heil- und Kräuterpflanzen umgehen, die er in seinem großen Garten pflegte und hegte. Er kannte die Wirkungen jeder einzelnen ganz genau und er wusste ihre Wirkstoffe durch verschiedenen komplexe Verfahren aus ihnen herauszudestillieren und zu gewinnen. Manche enthielten Drogen, die für die Erlangung von Besessenheitszuständen unentbehrlich waren. Ich sollte auf diesem Gebiet vieles lernen von ihm und wichtige Aufgaben übertragen bekommen. Jeden Tag fuhr ich nun in aller Frühe mit meinem Rad hinüber zu Heinrichs Hof. Meinen Eltern sagte ich, ich würde zu einem Schulkameraden fahren, um mich mit ihm auf unser bald beginnendes Studium vorzubereiten. Wenn ich auf Heinrichs Hof ankam, war es meine Pflicht, mich zunächst sofort in aufreizende Dessous zu hüllen und mich stark zu schminken und weibisch meine ohnehin langen blonden Haare zu frisieren. High Heels und Strapse waren ein Muss. Nicht, dass ich nicht gerne solche Sachen getragen hätte, sie entsprachen mir schon sehr, aber ich ...