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Ein erzwungenes Leben als Frau 3
Datum: 04.08.2026, Kategorien: Transgender,
... Gefahr eventuell spontan herandrängender reifer Maskulinität, in Sicherheit wiegen. Nur so hätte meine Transenseele die richtige Temperatur, um durch seine Erzählungen und Belehrungen in die gewünschten Schwingungen versetzt zu werden. In diesem Zustand erfuhr ich nun, dass es bei den Huichol Sitte gewesen war, von Zeit zu Zeit eine Tanzpantomime aufzuführen, in der als Frauen verkleidete Transgender-Schamanenschüler in einem komplizierten Ritual vom Himmel herabsteigende Fruchtbarkeitsgottheiten darstellten. Sobald sie sozusagen wieder „auf der Erde" angekommen waren, wurden sie dann von einem alten Herrn koitiert. Bei dem Wort koitiert schaute mich Heinrich prüfend an. Dass ich keine Gesten oder Mimiken der Abkehr oder Abscheu dagegen machte, sondern eher eine freudig erregte Überraschung zeigte, allerdings mit einer gewissen Furchtsamkeit, schien ihn höchst zufrieden mit mir zu machen. Ich hatte wohl einen wichtigen Test bestanden. Eines Tages fiel ich aber durch einen wichtigen Test krachend durch. Ich war wie jeden Morgen strebsam und früh auf Heinrichs Vierkanthof erschienen und zu dem Wolfsspitz der an seiner Kette hing hinübergelaufen, um ihn zu begrüßen. Er bellte schon lange nicht mehr, wenn er mich morgens ankommen sah, er drehte sich nur freudig im Kreis und erwartete, dass ich zu ihm hinkomme, um in ausgiebig zu streicheln und zu tätscheln. Plötzlich stand Heinrich hinter mir und fragte mich, der ich aufgrund des überraschenden angesprochen ...
... Werdens fast erschrak, ob ich denn eigentlich schon mal eine Freundin gehabt hätte. Ich dachte mir gar nichts dabei und antwortete spontan, ich hätte nicht direkt eine Freundin, aber Beate fände ich schon ganz gut. Kaum, dass ich dies gesprochen hatte, schnappte mich Heinrich und klemmte mich unter einen seiner starken Arme und schleppte mich hinüber zu seinem Haus. Dabei schimpfte er die ganze Zeit, was mir denn einfiele, seine Bemühungen mich zur ordentlichen Transgender-Schamanin ausbilden zu wollen, ad absurdum zu führen, indem ich mich mit Weibsvolk abgäbe und vielleicht sogar noch bei denen den Mann und Macker spielen wollte, der ihnen beischläft. All meine Beteuerungen derartiges nie im Schilde geführt zu haben, verhallten scheinbar ungehört vor seinen Ohren. Bald käme der Meister zum diesjährigen Gruppentreffen und er habe diesem schon berichtet, einen gut geeigneten, stetig Fortschritte machenden Transgender-Novizen in mir gefunden zu haben und ich würde mich nun erdreisten all diese Erfolgsaussichten durch einen plötzlichen Sinneswandel zunichtezumachen. Auch sein Ansehen dem Meister gegenüber hinge davon ab, wie ich mich diesem zeige und präsentiere. Einen Rammler könne er dem nicht verkaufen. Jetzt kam ich mir schon vor, wie ein Karnickel, über dessen Schicksal andere, hohe Herren entscheiden. Hatte ich denn mein Selbstbestimmungsrecht vollkommen verloren? Irgendetwas gefiel mir an dem Gedanken. So hilflos in Heinrichs Arm zappelnd und solcherart denkend, ...