1. Giannis Traum


    Datum: 16.08.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    I
    
    Giannis Traum
    
    Ciao, mein Name ist Gianni. Ich bin dreißig Jahre alt und Italiener, lebe aber mit meiner Frau Paola in Deutschland, wir sind auch beide da geboren. Ich bin ein Meter fünfundsiebzig groß, blond und habe blaue Augen, wahrscheinlich durch Gene, die die Normannen während ihrer Herrschaft auf Sizilien hinterlassen haben. Meine Frau vergleicht mich immer mit dem jungen Terence Hill, der ja auch zumindest halber Italiener ist. Paola ist ein Jahr jünger als ich und ein Meter fünfundsechzig groß, hat lange schwarze Haare und ist gelernte Köchin. Sie hat einen Luxuskörper zum Niederknieen, große, feste D-Körbchen, schlanke Taille, dralle Hüften und einen Po, mit dem sie Nüsse knacken könnte.
    
    Mit sehr viel Fleiß und unternehmerischem Geschick haben wir eine gut überschaubare Kette von kleinen, gemütlichen Ristorantes und urigen Trattorias aufgezogen, wo Speisen nach traditionellen Rezepten angeboten werden. Essen wie bei Mamma in Italia. Viele Gerichte auf der Karte hat Paola selber kreiert, das Geschäft läuft ausgesprochen gut, was uns eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit und nach Jahren harter Arbeit mehr Zeit für uns beschert. So können wir uns einige Hobbys leisten, wir beide lieben das Ausreiten auf unseren Pferden und reisen gerne.
    
    Letztes Jahr planten wir unseren nächsten Urlaub, als Paola von einer Freundin erzählte, die in Kroatien gewesen sei, auf der Insel Krk. Sie war ganz begeistert von einem alten, mit viel Geschmack renovierten ...
    ... Natursteinhaus, das neben dem traditionellen Flair allen modernen Anforderungen entsprach, sogar über einen Infinitypool inmitten von Oliven- und Feigenbäumen verfügte. Sie zeigte mir die Bilder auf ihrem Tablet, es sah traumhaft schön aus, und unerklärlicherweise lösten die Bilder bei mir für Millisekunden einen Drang aus, unbedingt dahin zu müssen, fast schon automatisch war ich einverstanden. Glücklicherweise waren noch drei Wochen in der Vorsaison frei, also schlugen wir zu.
    
    Zwei Tage vor unserer Abfahrt hatte ich einen seltsamen Traum, ich saß am Küchentisch und aß zu Mittag in einer mir unbekannten Küche, in der in einem Kessel Suppe in einem offenen Kamin an einer Kette über der Glut eines Holzfeuers blubberte, als draußen laute Motorengeräusche ertönten. Eine Frauenstimme rief panisch: „Schnell, runter in den Keller! Verstecke dich hinter den Fässern!" Ich eilte so schnell ich konnte die steile Treppe runter, Kälte und der säuerliche Geruch eines Weinkellers umgaben mich, dann knallte eine Falltür herunter und es wurde stockfinster. Quietschende Geräusche von verschobenen Möbeln, jemand schlug mehrfach laut gegen die Haustür, dann Getrappel von genagelten Sohlen, Befehle auf Deutsch wurden gerufen: „Durchsucht das ganze Haus! Er muss hier sein!"
    
    Panisch verkroch ich mich hinter den Weinfässern und zitterte vor Angst und Kälte, dann rief die Stimme: „Ihr habt nochmal Glück gehabt, keiner da! Aufsitzen und Abrücken!" Wieder Geräusche von laufenden Menschen, dann wurde es ...
«1234...26»