1. Endlich wieder Frau


    Datum: 23.08.2026, Kategorien: Reif

    ... Er hätte lächeln können, hätte weitergehen können. Erasmus hätte vielleicht einen Satz über Menschlichkeit und Tierliebe parat gehabt. Aber der Mann sah sie an. Und sagte: "Ich glaube, er wollte mich testen. Oder Sie retten."
    
    Sie lachte leise, ein Lachen, das sich nicht ganz entschied, ob es schüchtern war oder nur lange unbenutzt. Dann wurde sie wieder ernst. Nicht verschlossen. Eher - aufmerksamer und wenn sie darüber nachdachte, dann war ihr selbst wohl nicht ganz klar, warum sie zum nächsten Schritt überging, der für sie doch untypisch war. Eher nachdenklich und verschlossen, aber das Treffen hier, das hatte eine öffnende und durchaus befreiende Wirkung.
    
    "Ich heiße Anna", sagte sie. "Und Sie?"
    
    "Richard. Student. Literatur." - er machtes es mit einem Kratzfuß, dass sie lächeln musste.
    
    "Aha..." Sie nickte. Ihre Finger streichelten dem Malteser über den Kopf. Doch der hatte nur Augen für den Setter. Und Richards Augen - sie hatten sich festgesogen an der Art, wie ihr Kragen verrutscht war. Ein Stück Haut am Schlüsselbein. Eine Falte, die so zart war, dass man sie mit der Zunge hätte streicheln wollen.
    
    Und da war wieder dieser Gedanke. Kein Bild. Keine Vorstellung. Sondern ein Wissen. Ein Wissen, das wie eine leise Flamme unterhalb des Bauches brannte. Es war nur eine Frage der Zeit, dachte er. Bis diese Brüste, die jetzt noch in alter Stoffzucht gefangen lagen, sich bewegen würden - frei, schaukelnd, schwer und weich, wie das Versprechen eines Spätsommers. ...
    ... Diese Brüste - ja, gerade sie - waren es, um die sein Gedanke kreiste. Nicht in plumper Gier, nicht als Beute. Sondern als Versprechen. Sie lagen jetzt noch ruhig, von Stoff bedeckt, gehalten von dem zarten Widerstand alter Gewohnheit. Vielleicht ein Büstenhalter, der längst wusste, wie sie zu stützen sind. Vielleicht ein Kleid aus weichem, fließendem Stoff, das jede Rundung umschmeichelte und doch nichts verriet. Aber er ahnte sie. Die Form. Das Gewicht. Die Bewegung.
    
    Wenn er sich über sie beugen würde, wenn ihre Körper ineinanderfänden - dann würde er es spüren: Das Schaukeln. Dieses sanfte, schwerelose Wippen unter seinem Gewicht. Wie zwei Monde, die sich nicht beeilen müssen, weil sie wissen, dass jede Bewegung ein eigener Kosmos ist. Er stellte sich vor, wie sie sich hoben und senkten mit jedem seiner Stöße. Wie sie seinem Rhythmus nicht gehorchten, sondern ihm antworteten. Schwer und weich. Kein Widerstand, kein Stolz - sondern das reine, tiefe Einvernehmen gelebter Weiblichkeit.
    
    Er würde sie nicht grob anfassen, nicht gierig. Er würde sie halten, stützen vielleicht, die Hände unter sie legen wie unter reifes Obst, das fast von selbst in die Hand sinkt. Und dann sehen - nein, spüren -, wie sie sich bewegen. Wie sie lebendig würden in seinem Takt. Nicht mehr verborgen, nicht mehr gehalten, sondern frei. Frei und weich und schwer. Und wie sie dabei klangen - nicht laut, aber vernehmlich. Dieses sanfte, leise Schlagen von Haut auf Haut, von Fülle auf Brust, wenn er tief ...
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