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Endlich wieder Frau
Datum: 23.08.2026, Kategorien: Reif
... mehr einfach nur zwei Spaziergänger waren. Sie auch? Vielleicht - egal ... es störte ihn nicht. Sie gingen nebeneinander, Hunde voraus, in ungleichem Gleichklang, dem gewaltigen Größenunterschied wohl angepasst. Er spürte die Nähe ihrer Hüfte. Den Geruch von Rosen, gemischt mit Seife und etwas, das vielleicht nur sie trug - vielleicht Vanille, vielleicht auch nur Erinnerung. Puder? Mag sein, dass es das war - und nicht das künstliche Parfum aus den Fabriken. Altes Puder, edel und fein. Er fragte sich, wie es wäre, diesen Körper zu berühren. Nicht nur zu begehren. Sondern: ihn zu kennen. Ihn zu spüren und erfahren. Nicht in einem Anfall von Gier. Sondern langsam. Wie man ein Gedicht liest, das man zu spät entdeckt hat - aber nun Wort für Wort auswendig lernen und verstehen will. Den Klang der Worte auf der Zunge zergehen lassen, so wie er ihren Duft und ihre Weiblichkeit auf seiner Zunge in ganz anderer Form und Wahrheit zergehen lassen wollte. Und während sie sprach - über Hunde, über Hitze, über das Gießen ihrer Pflanzen - dachte er an ihre Haut. An das, was darunter wartete. Und an das, was sich vielleicht nie mehr rührte. Oder nur - wenn jemand kam, der jung genug war, um nicht zu fragen. Sondern nur zu tun. Zu nehmen! Er würde sie nicht drängen. Aber er würde sie auch nicht gehen lassen. Noch nicht. Der Malteser knurrte wieder. Nur kurz. Vielleicht hatte er mehr Instinkt als die meisten anderen Menschenn. Dann winselte er. Und Anna - Anna legte ihm die Hand ...
... auf den Kopf und sagte: "Ist ja gut, mein Kleiner. Er will nur reden." Der Mann lachte. Und dachte: Er nicht. Aber ich. Und wenn sie ihm zuhörte - dann würde sie es hören. Was er noch gar nicht gesagt hatte. Es waren nur wenige Schritte bis zu ihrer Gartentür, aber jeder davon war getragen von etwas, das nicht benannt werden wollte. Vielleicht war es bloß die Nachmittagssonne, die so schräg fiel, dass sie ihre Silhouette golden umhüllte. Vielleicht war es ihr Schritt, der im Kies eine gewisse Unsicherheit verriet. Vielleicht war es nur seine eigene Phantasie, die sich ihren Weg bahnte, vom Blick zum Begehren, vom Wort zur Vorstellung. Er stellte sich vor, wie sie wohl war, wenn sie schlief. Ob sie sich eng einrollte oder ausbreitete wie ein erschöpftes Tier. Er stellte sich vor, wie sie wohl war, wenn sie sich auszog - nicht schnell, nicht spielerisch, sondern als Ritual. Als Handlung mit Gewicht. Wie lange hatte sie das getan? Und mit wem? Der Mann war tot, das hatte sie nicht gesagt, aber er wusste es. Ihre Augen wussten es. Ihr Lachen wusste es. Ihr Körper trug dieses Wissen. Und mit dem einen oder anderen Wort hatte sie es auch verraten, ohne dass es nötig gewesen wäre. Was blieb, wenn das letzte Mal so lange her war, dass man sich selbst nicht mehr daran erinnerte? Blieb da ein Echo? Oder nur ein Schimmer? Blieb da ein Wunsch, der sich nicht traute, ein Wunsch zu sein? Er sah sie an, wie sie sich bückte, um den Schlüssel aus ihrer Tasche zu holen. Ihre ...