1. Endlich wieder Frau


    Datum: 23.08.2026, Kategorien: Reif

    ... Bluse spannte sich über dem Rücken. Ihre Hüften - kein Zweifel: dieser Körper war gemacht, um berührt zu werden. Nicht nur zu sehen, nicht nur zu denken. Sondern: ihn mit den Händen zu erkunden, zu erforschen und langsam zu erobern. Ihre Brüste, das wusste er, würden in seinen Händen schaukeln, als wären sie nie gealtert, sondern nur gereift. Er stellte sich vor, wie ihre Brustwarzen sich hoben, wenn er sie mit der Zunge streifte. Und wie sie vielleicht selbst erschrecken würde über das, was noch in ihr schlummerte und sie schon längst abgetan und gekündigt hatte, ihrem Alter geschuldet und eben wohl der Tatsache, dass ihr Mann viel älter gewesen war als sie ... zuletzt wohl krank und dann ... das berühmte Schicksal der letztlich jung gebliebenen Witwen.
    
    Sie schloss das Tor auf, trat ein, blieb dann stehen. Sie drehte sich nicht ganz um, nur halb, eine Geste zwischen Einladung und Abschied. Und dann - dieser Moment. Ihre Lippen öffneten sich leicht, als wollte sie etwas sagen. Er glaubte zu sehen, dass es ihr auf der Zunge lag, eine Frage, ein Wunsch, vielleicht ein ganz zarter, unentschlossener Impuls: Ob er hineinkommen wolle. Ob er bleiben solle. Aber sie sagte nichts. Und genau das war es.
    
    Sie kannte ihn ja nicht. Woher denn auch? Und doch - da war etwas. Etwas in ihrem Blick, das über den Garten hinauswies. Über Tee und Höflichkeiten hinweg. Er sah, wie ihre Wangen sich färbten, nicht nur vom Licht, nicht nur vom Wind. Und unter der Bluse, da spannte sich etwas. ...
    ... Er konnte nicht sagen, ob es wirklich so war oder ob seine Lust sich in Wahrnehmung verwandelte - aber er bildete sich ein, einen dunklen Schatten zu sehen, eine Spur einer Erhebung, als ob ihr Körper auf seine Gedanken reagierte. War es der leichte Ruck eines Brustwarzenhofs? Oder bloß der Stoff, der sich verzog, die feine Reibung - all das somit mechanisch begründet und nicht als chemische Reaktion von dem, was er sich eher erhoffte und in Bildern immer wieder vorzustellen wagte.
    
    In ihm jedoch war längst alles wach. Er sah sie, nicht nackt, nein - aber in ihrer Verletzlichkeit. Und zugleich in einer Würde, die noch nie jemand zu küssen gewagt hatte. Nicht so. Nicht mit der Zunge. Nicht mit der Stirn. Nicht mit den Händen, die wissen, dass Haut auf Haut mehr ist als ein Spiel. Mit einer wertschätzenden Behandlung und Neuerkundung, die sie auf zuvor wohl nie erfahren hatte.
    
    Sie hob leicht die Schultern, als wolle sie sagen: Ich weiß es doch auch nicht. Und genau das war das Bewegende. Dass sie selbst erschrak vor dem, was sie wollte. Oder vor dem, was sie nicht mehr zu wollen glaubte - und nun plötzlich wieder ganz sanft zu fühlen begann.
    
    Er trat einen halben Schritt zurück. Vielleicht war es Feigheit. Vielleicht Respekt. Vielleicht war es der Wunsch, dieses feine Gewebe nicht zu zerreißen. Noch nicht.
    
    Er hätte ja sagen können. Er hätte ihr folgen können. Aber er spürte: Das wäre zu viel. Heute. Noch.
    
    "Ich danke Ihnen", sagte er. "Aber vielleicht... morgen ... ...
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