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Frau aus Glas Teil 02
Datum: 27.08.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
Blickachsen Es war zwei Tage später, und ich hatte beschlossen, mich zu benehmen. Ich hatte mir die Haare zusammengebunden, ein frisches Hemd aus dem Clean-Korb gezogen und sogar Lipgloss aufgetragen -- nicht zu viel, nicht auffällig. Einfach... falls sie mich sah. Ich war auf dem Weg in die Bibliothek, die Sonne hing flach über dem Campus, das Licht glitt warm über die Steinfassaden. Mein Fahrrad schob ich neben mir her. Für einen Moment war ich einfach ruhig. Kein Drama. Kein Kater. Kein Miau. Dann sah ich sie. Oder besser: Ich sah erst ihren Schatten, lange Beine auf hellem Beton, dann den echten Körper -- auf einer Bank unter einem der alten Lindenbäume. Dr. Anke Simonis. Lesend. Allein. Sie trug eine beige Kaschmirjacke, schmal geschnittene Hosen, ihre Brille saß tief auf der Nase, und ihr Gesicht war im Halbschatten. Sie war versunken in ein Buch. Kein Tablet. Kein Laptop. Ein echtes, gebundenes Buch. Mein Herz machte diesen verräterischen Hüpfer. Ich wollte umdrehen, fliehen, mich retten. Aber ich war schon zu nah. Und dann hob sie den Kopf. Unsere Blicke trafen sich. Ich blieb stehen. Mein Griff am Fahrradlenker wurde feucht. Sie legte das Buch beiseite. „Mareike Stegner, richtig?" Ihre Stimme war tief, leicht amüsiert. Sie kannte meinen Namen. Ich räusperte mich. „Ja... äh, genau." „Sie haben den vielleicht... auffälligsten Handyton, den ich je in einer Vorlesung gehört habe." Ein winziges Lächeln ...
... zuckte über ihre Lippen. Ich lachte nervös. „Ja. Ein... Freund. War ein Scherz. Ich hab's geändert. Jetzt bellt es nur noch." Sie zog eine Braue hoch. „Hunde sind auch nicht weniger aufdringlich." Stille. Die gute Sorte. Die gefährliche. „Setzen Sie sich doch", sagte sie dann. Nicht wie eine Einladung. Wie eine Anweisung. Ich gehorchte. Natürlich. Ich setzte mich ans äußerste Ende der Bank, ließ mein Fahrrad zwischen uns wie einen armseligen Puffer stehen. Ihre Nähe war ein Parfum aus Wärme, Leder, und etwas, das ich nicht benennen konnte. Macht vielleicht. Oder Verlangen. Sie betrachtete mich. Nicht übergriffig. Eher... prüfend. Wie ein Architekt ein Detail ansieht. Ein Maß nimmt. Eine Linie verfolgt. „Was inspiriert Sie architektonisch, Frau Stegner?", fragte sie plötzlich. Ich war überrumpelt. Nicht auf Smalltalk vorbereitet. Und schon gar nicht auf Fragen, die mich wirklich betrafen. „Strukturen, die wie Körper wirken", hörte ich mich sagen. „Weich in der Form, hart im Material. Wie Haut über Skelett. Lebendig, aber kontrolliert." Sie sah mich an. Lange. Dann nickte sie. „Interessant." Ich fühlte mich gesehen. Nicht als Studentin. Nicht als Tollpatsch mit Miau-Handy. Sondern als... Frau. „Darf ich fragen, was Sie lesen?", fragte ich. Sie drehte das Buch so, dass ich den Titel sehen konnte. „Erotik und Architektur. Räume des Begehrens" Ein Fachbuch. Aber auch nicht. Ich schluckte. „Fachliteratur?", fragte ich ...