1. S&O - Zielpersonen 06-08


    Datum: 02.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... wirst gleich ein Video bekommen. Erst wenn du im Büro bist, schaust du es dir an. Noch so ein Versuch, und es wird nicht so glimpflich für deine Freundin ausgehen."
    
    Sophie musste sich zusammenreißen, um nicht loszuschreien. Sie zitterte am ganzen Körper.
    
    Da hörte sie ein ‚Pling', das den Eingang einer Nachricht anzeigte. Sofort begann Sophies Herz zu rasen. Fast automatisch wollte sie ihr Smartphone greifen, aber Tanja legte ihr eine Hand auf den Arm und schüttelte nur leicht den Kopf.
    
    Weiter hockte sie auf Sophies Schoß, nahm nun deren Gesicht in beide Hände und küsste sie zärtlich auf die Lippen.
    
    Sophie musste ihre gesamte Willenskraft aufbringen, um aktiv teilzunehmen. Sie schlang die Arme um Tanjas Körper, strich ihr mit den Händen sanft über den Rücken bis hinunter zum Po. Sophie hoffte inständig, dass der Plan der Verbrecher aufging, den Pförtner durch eine heiße lesbische Show so abzulenken, dass er sich weniger auf Sophies Gesicht, sondern mehr auf die Körper der beiden Frauen konzentrierte. Zwar sah sie Sonja Meyer wirklich verblüffend ähnlich, besonders mit diesem Make-up, aber für einen genauen Beobachter, der die Abteilungsleiterin vielleicht sogar kannte, gab es doch Unterschiede. So wartete Sophie schweigend. Erzwungen küsste und liebkoste sie Tanja. Es sah alles echt aus, ansonsten hätte die Verbrecherin ihr sicherlich eine Warnung zugeraunt.
    
    Da ertönte vom Tresen der Pförtner: „Frau Meyer, Sie können nun hineingehen. Die Biometrie ist ...
    ... kurzzeitig für Sie ausgeschaltet. Ihre Freundin muss allerdings beim bedingten Zugang, den Sie haben, nun bereits hier draußen warten."
    
    Sophie stand auf, strich sich ihr gelbes Kleid glatt und gab Tanja einen langen Abschiedskuss. Sie öffnete den Glaseingang nun alleine mit der Chipkarte und betrat einen hellen Flur.
    
    Schnell, aber ohne, dass es auffällig wirkte, lief sie in den ersten Stock in das Zielbüro: ein quadratischer Raum mit viel Glas, einer Zimmerpflanze, einem Aktenregal und einem breiten Schreibtisch, der von mehreren Monitoren regelrecht bedeckt war.
    
    Sophie ließ sich in den Lederstuhl fallen. Mit zitternden Fingern holte die Detektivin ihr Smartphone aus der Kleidtasche heraus und klickte auf die letzte eingegangene Nachricht. Es war offensichtlich ein Zusammenschnitt kleiner Videosequenzen.
    
    Als sie sah, wie Olivia geohrfeigt wurde und ihr Kopf hin und her flog, wurde Sophie schlecht. Sie musste das Video erst einmal anhalten, um sich ein wenig zu beruhigen.
    
    Reiß dich zusammen!, forderte sie sich selbst auf. Für Panik ist jetzt keine Zeit. Wenn ich jetzt hier herumflenne, hilft das Olivia auch nicht.
    
    So schaute sie sich den Rest der nur zweiminütigen Nachricht noch an und hörte Olivias Worte: „Sophie, ich soll dir folgendes mitteilen: Ich habe für deinen Fehler die Strafe gezahlt. Beim nächsten Mal wird es härter, die Schläge intensiver und gezielt auf Schmerzen ausgelegt. Der Zwei-Stunden-Timer hat in dem Moment begonnen, als du den eigentlichen ...
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