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S&O - Zielpersonen 06-08
Datum: 02.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... Laken bedeckt. Ihre nackten Arme ruhten auf dem Tuch. Die Kanüle war entfernt worden, nur ein kleines Pflaster zeugte noch von deren früherer Existenz. Sophies Handgelenke waren mit Handschellen an das Gestell des Bettes fixiert. Ein Bett, das so auch in jedem Krankenhaus hätte Verwendung finden können. Als Olivia die Handschellen sah, atmete sie, obwohl es im ersten Moment paradox erschien, erleichtert auf. Man erwartete offensichtlich, dass die operierte Frau demnächst aus der Narkose erwachte. Sophies Leben schien im Moment nicht in akuter Gefahr zu sein. Das aber war auch die einzige positive Nachricht des heutigen Tages. Erschöpft ging Olivia zurück zu ihrem eigenen Bett und fiel kurz darauf in einen unruhigen Schlaf. *** Irgendwann am nächsten Tag erwachte Olivia und rappelte sich von ihrer Luftmatratze hoch. Eine Decke hatte man ihr nicht gegeben, aber der Raum war recht warm temperiert, so dass sie wenigstens nicht gefroren hatte. Sie hatte keine Ahnung, wie spät es war, denn Uhren gab es in ihrem Gefängnis nicht. Der Fernseher lief, allerdings ohne Ton, zappte immer wieder in ein anderes Programm. Das war die einzige Unterhaltung, die sie hatte. Irgendwann später hörte Olivia plötzlich ein scharrendes Geräusch. Das sehr lange Metallseil, das von ihrem Hals zur Decke verlief, wurde nach oben gezogen. Verdammt!, dachte sie. Was soll das? Irgendwann zieht mich das Seil mit sich. Zwei Minuten später, als das Drahtseil straffer wurde, stand ...
... Olivia auf und ging in die Mitte des Raumes, direkt unter das Loch in der Decke. Das Seil verschwand unaufhaltsam weiter in der Öffnung über ihr. Olivia spürte ein beginnendes Ziehen am Hals. Sie streckte den Oberkörper und ging leicht auf die Zehenspitzen. Die Hände hob sie über den Kopf. Vielleicht musste sie sich an das Seil klammern und ihr eigenes Körpergewicht hochhieven. Olivia überkam Panik. Aber es war eine andere Art Angst als am Vortag, als sie nur Zuschauerin war bei dem, was man Sophie antat. Hier konnte sie selbst etwas gegen den Grund der Furcht tun. Wenn auch nicht unbegrenzt lange. Doch so plötzlich, wie das Einwinden des Seiles begonnen hatte, so plötzlich stoppte es auch wieder. Olivia musste den Rücken strecken, konnte aber normal auf dem Boden stehen. Für den Moment erleichtert, ließ sie die Arme wieder sinken. Die Detektivin wartete. Denn, dass man sie gezwungen hatte, sich in die Mitte des Raumes zu stellen, musste einen Grund haben. Irgendwann würde etwas geschehen. Ein paar Minuten später öffnete sich die Tür zu ihrem Gefängnis. Olivia hörte leise eine Frauenstimme von außerhalb. „Ihr habt drei Minuten." Und dann betrat Sophie den Raum. Sie lächelte, lief sofort zu Olivia und umarmte ihre Lebenspartnerin. Beider Gesicht war verkrampft. Sie konnten die Tränen nur mühsam unterdrücken. „Geht es dir gut?", fragte Sophie. „Ja. Aber was ist mit deinem Gesicht?" Sophie schniefte. „Halb so wild. Ein fürchterlicher Schreck, als ich ...