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S&O - Zielpersonen 06-08
Datum: 02.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... auf solche Liebkosungen zu zeigen. Und noch schlimmer, sie würde selbst aktiv an dem Spiel teilnehmen und diese Frau berühren müssen. Und so tun, als gefiele es ihr. „Tschau!", rief Tanja fröhlich und winkte mit einer Hand über dem Kopf nach hinten. Geräuschlos schloss sich die Tür wieder. Olivia blieb alleine zurück. Gefesselt, zur aufrechten Haltung gezwungen, fassungslos. Und dazu gesellte sich wieder dieses eklige Gefühl der Hilflosigkeit. Was würde Sophie auszustehen haben? Kapitel 7 - Ablenkung Seit das Licht in ihrem Gefängnis verloschen war und sie in völliger Dunkelheit stand, hatte Olivia jedes Zeitgefühl verloren. Sie war mit ihren Gedanken alleine, und diese drehten sich immer wieder fruchtlos im Kreis. Nur der Fernseher lief wieder tonlos und sprang durch alle Programme. Eine tolle Abwechslung, dachte Olivia. Naja, besser als nichts. Und eine Fluchtmöglichkeit finde ich, an Ketten quasi aufgehängt, bestimmt nicht. Sind das Psycho-Spielchen der Entführer? Zuckerbrot und Peitsche? Olivia hatte keine Ahnung, was dieses Verhalten sollte. Nach unbekannt langer Zeit - es konnte eine Stunde vergangen sein, seit Sophie den Raum verlassen hatte, oder aber auch fünf - schaltete sich das Licht wieder an, und die Tür öffnete sich. Drei schwarzgekleidete und maskierte Personen kamen auf sie zu. „Hier", sagte eine dumpfe Frauenstimme, „trink! Du wirst die nächsten Stunden keine weitere Gelegenheit mehr dazu bekommen." Beginnt nun das ‚ein ...
... bisschen schlimmer', das Tanja angedeutet hatte?, fragte sich Olivia. Angst kroch in ihr hoch. Die Frau hielt ihr einen der Saftkartons entgegen. Olivia gehorchte. Sie glaubte zwar nicht, dass eine Weigerung bei so einer Lappalie bereits negative Konsequenzen für Sophie bedeutet hätte, aber ebensowenig machte ein Verweigern für sie Sinn. Auch das Stück Brot, mit dem man sie regelrecht fütterte, schluckte sie ohne Widerworte. Als diese minimale Fürsorge beendet war, ging wohl los, weswegen man wirklich zu ihr gekommen war. Zwei Personen griffen schraubstockartig ihre Handgelenke und hielten sie an Ort und Stelle, während die dritte die Handschellen öffnete. Olivias Arme wurden wenig zimperlich, aber auch nicht übertrieben brutal, auf den Rücken gezogen und sofort wieder gefesselt. Die Gestalten gingen in die Hocke. Um Olivias Fußgelenke wurden Manschetten gelegt, die je mit einem Seil verbunden waren, das etwa einen halben Meter entfernt in den Boden verschwand. Anschließend wurden ihre Fußschellen gelöst. Sofort danach verspürte Olivia einen Zug an den Knöcheln. Ob sie wollte oder nicht, sie musste ihre Beine spreizen, die Füße immer weiter auseinanderstellen. Der Zug stoppte erst, als ihre Schuhe in einem Abstand von etwas mehr als einem Meter auf dem Betonboden standen. Olivia vernahm ein metallisches Geräusch. Sie drehte den Kopf und sah, wie sich ein Metallhaken an der Verbindungskette der Handschellen einhängte. Von diesem verlief ebenfalls ein Seil bis zur ...