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S&O - Zielpersonen 06-08
Datum: 02.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... Decke und verschwand in einer zweiten Öffnung neben dem Hauptseil, das immer noch an ihrem Halsband hing. Doch das Ziehen an ihrem Halsring ließ nach, das Drahtseil wurde locker. Gleichzeitig aber spürte Olivia einen leichten Ruck an den Armen. Und dann merkte sie, wie diese langsam immer weiter nach oben gezogen wurden. Olivia musste den Oberkörper Stück für Stück nach vorne beugen, um dem Schmerz im Schultergelenk entgegenzuwirken. Von irgendjemandem gut aufeinander abgestimmt, lockerte sich das Halsseil, während das Armseil in der Decke verschwand. Olivia konnte sich nach vorne beugen, allerdings nicht ganz so weit, wie sie es bei Fehlen des Halsringes getan hätte. Ein gewisser Restschmerz verblieb in der Schulter. Und das war ganz offensichtlich von den Verbrechern gewollt. Als sie schließlich, den Oberkörper fast in der Waagerechten, dastand, stoppten beide Seilwinden. Olivia verbiss sich gerade noch einen ätzenden Kommentar, dass man sie ja einfach hätte bitten können, sich so hinzustellen. Ihre Angst um Sophie war viel zu groß für eine solche Dummheit. Doch die Umpositionierung war noch nicht abgeschlossen. Unterhalb des Fensters zum Nachbarraum wurde ein weiteres Metallseil herausgezogen. Eine der Gestalten kam damit zu Olivia und wickelte es ihr einmal um den Bauch, um dann bis zur gegenüberliegenden Wand zu gehen und es dort in einen Haken einzuhängen. Olivia fragte sich, was das nun wieder sollte. Auch ohne diese zusätzliche Sicherung hatte ...
... sie keine Möglichkeit, sich gegen irgendetwas zu wehren, geschweige denn zu fliehen. Ein zweites Seil wurde identisch zwischen den beiden Wänden gespannt, diesmal aber knapp oberhalb ihrer Brust und direkt unter den Achseln über das T‑Shirt um sie gewunden. Da erst bemerkte Olivia, dass einer der Maskierten eine Kamera mit einem Stativ mitgebracht hatte. Diese schaltete er nun an, blickte durch den Sucher und gab das Okay-Zeichen. Eine rote Lampe leuchtete auf. *** Nach einer Dreiviertelstunde Autofahrt sagte Tanja: „Süße, du kannst die Maske nun abnehmen." Sophie griff mit den Händen an ihren Hinterkopf, löste die gürtelähnliche Schnalle und zog die Ganzkopfmaske aus Latex, welche nur eine kleine Öffnung im Mundbereich aufwies, herunter. Ihr Gesicht war verschhwitzt, das Atmen durch den Mund auf Dauer anstrengend. Langsam sog sie die Luft durch die Nase ein. Sie säuberte sich das Gesicht und überprüfte das Make-up, aber Tanja war zufrieden. So schaute die Entführte schweigend aus dem Fenster und merkte sich den ersten Ortsnamen, den sie las. Vielleicht konnte das der Anfang einer Spur sein, wenn sie oder die Polizei nach ihrer Freilassung die Ermittlungen aufnahmen. Irgendeinen Fehler würden auch diese Verbrecher machen. Vielleicht war es dieser Ortsname. Nach etwas über zwei Stunden war ihr Ziel endlich erreicht. Tanja parkte den kleinen Wagen vor einem imposanten Gebäude mit riesiger Glasfassade. Der moderne Bau ragte einige Stockwerke in die ...