1. Wilder Nachmittag im Tennisheim


    Datum: 05.09.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... unerwarteter Freizeit umgehst."
    
    Sie schmunzelte. Ich trat kurz ins Clubhaus, machte uns noch zwei neue Aperol - diesmal stärker, kälter, dunkler. Als ich zurückkam, hatte sie sich unter die Pergola gesetzt, der Schatten war weich über ihren Körper gefallen. Ihr Rock hatte sich über das eine Bein geschoben, der schwarze Slip war wieder ganz kurz zu sehen - wie zufällig. Und doch zu sichtbar, um zufällig zu sein.
    
    Ich reichte ihr das Glas.
    
    "Wenn wir jetzt noch Tapas hätten, wär's wie Urlaub", sagte ich.
    
    "Oder wie einer dieser Nachmittage, wo man nicht weiß, wohin er führt", erwiderte sie, und ihr Blick hielt meinen einen Moment zu lang.
    
    Wir tranken, schweigend für ein paar Minuten. Nicht unangenehm - im Gegenteil. Die Worte waren fast überflüssig. Doch dann fing sie leise wieder an zu sprechen.
    
    "Weißt du... ich denk manchmal, ich bin verschwunden. Irgendwo zwischen Schule, Küche, Kalendern."
    
    "Und vorher?", fragte ich. "Bevor du... dich verloren hast?"
    
    Sie drehte ihr Glas leicht in der Hand, als müsse sie den richtigen Moment abwarten.
    
    "Ich war wilder. Nicht unkontrolliert - aber neugierig. Ich hatte Affären. Kurze, intensive. Ich mochte Abwechslung - auch sexuell. Verschiedene Männer, verschiedene Orte. Auto, Umkleide, mal ein Festivalzelt. Ich hab Dinge gemacht, die ich heute nicht mal mehr zu denken wage. Und trotzdem... war es nie billig. Nur ehrlich."
    
    Ich schwieg. Sah sie einfach nur an. Ihre Stimme war nicht laut, nicht stolz - aber offen. ...
    ... Ganz.
    
    "Ich frag mich manchmal, ob dieser Teil noch da ist", fuhr sie fort. "Oder ob ich ihn einfach endgültig abgegeben habe."
    
    "Vielleicht wartet er nur auf die richtige Gelegenheit", sagte ich.
    
    Sie drehte den Kopf zu mir. Der Blick war nicht mehr abwartend. Er war da. Direkt. Kein Flirt. Kein Spiel. Nur Spannung. Ehrlich. Spürbar. Ein kleiner Tropfen lief an ihrem Glas entlang über den Finger. Sie bemerkte es nicht.
    
    "Und du?", fragte sie schließlich. "Was wäre, wenn... du diese Gelegenheit spürst? Würdest du zögern?"
    
    Ich antwortete nicht sofort. Ich spürte mein Herz klopfen, langsam, aber kraftvoll.
    
    "Kommt drauf an", sagte ich schließlich. "Ob's ein Spiel ist. Oder echt."
    
    Sie nickte. Ganz leicht. Als hätte sie genau auf diese Antwort gewartet. Dann stand sie langsam auf.
    
    "Ich geh mal kurz aufs Klo", sagte Anna leise, stellte ihr Glas ab und stand auf. Der Rock schwang sanft, als sie an mir vorbeiging. Ich nickte nur - innerlich noch immer aufgeladen vom Gespräch davor.
    
    Als sie außer Sicht war, blieb es seltsam ruhig. Die Nachmittagshitze flimmerte in der Luft, die Schatten wurden länger. Ich trank den letzten Schluck Aperol, sah auf den leeren Platz ihr gegenüber. Etwas vibrierte in mir, ohne Namen.
    
    Ein paar Minuten später hörte ich wieder Schritte auf dem Holz. Ich sah auf - sie war zurück. Ihr Gang war ruhig. Etwas mehr Ziel. Etwas mehr... Entschlossenheit.
    
    Sie blieb neben mir kurz stehen, beugte sich leicht vor.
    
    "Ich will kurz was im ...
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