1. Die Geschichte der Maya Klein Ende


    Datum: 11.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Hedi zu ihr sagen. Was für eine schöne Zeit. So viel besser als die nachfolgende Schule.
    
    „Das ist das Kindergartendach! Malte hat mit Maya und Ingo Fußball gespielt. Ingo hat ihn dann auf das Dach geschossen. Ihr könnt dreimal raten, wer hochgeklettert ist, ihn zurückgeholt hat und anschließend die fünfeinhalb Meter gesprungen ist."
    
    Ein Raunen ging durch die Menge. Maya aber erinnerte sich an all die Szenen. Auch an den jungen Arzt im Krankenhaus. Er war sehr nett gewesen.
    
    Weitere Bilder von ihrer Zeit bei den Großeltern folgten, dann Geburtstage und Weihnachtsfeiern. Maya wurde auf jedem der Bilder ein Stück größer.
    
    „Vor ungefähr neun Jahren trat dann Maya in mein Leben." Serkans Stimme wurde in diesem Moment für ein paar Sekunden brüchig. „Das hier ist die Turnhalle, in der ihre Grundschule und meine Gesamtschule Sport machen." Serkan blendete einen riesigen Schwebebalken ein, auf dem eine Frau turnte. „Das Ding gibt es heute noch und hat sich damals losgerissen, nachdem irgendwelche Deppen es nicht richtig befestigt hatten. Der Balken hatte weitere Geräte mitgerissen und sich darin verklemmt. In diesem Augenblick gab es jemanden, der darunter lag. Die meisten von euch wissen, wer."
    
    Er klickte auf die nächste Folie. Ein attraktiver älterer Mann erschien und lächelte in die Kamera. „Hallo Maya! Alles Gute zu deinem siebzehnten Geburtstag! Du wirst mir immer in Erinnerung bleiben, und es freut mich unglaublich, dass du ein Teil von dem Leben geworden bist, ...
    ... welches du als Erstklässlerin gerettet hast. Für deine Zukunft alles Gute! Ich bin so stolz auf dich!"
    
    Serkan wurde jetzt nachdenklich. „Ich kann mich noch ein wenig erinnern. Ich sah zur Decke auf und bekam mit jedem Atemzug weniger Luft in meine Lunge. Gesichter tauchten über mir auf, Freunde baten mich darum durchzuhalten, dann versuchten sie, mir zu helfen. Doch das Teil war einfach zu schwer. Mir wurde schwarz vor Augen, ich war verzweifelt, weil ich doch leben wollte. Da wurde mir von einem Moment auf den anderen leichter. Das Ding wurde angehoben, aber es blieb alles dumpf und taub in mir. Das war der Moment, in dem ein kleines blondes Mädchen mit angepackt hatte und das vollbrachte, was vorher nicht möglich gewesen war. Männer versuchten, sie abzulösen, doch immer wenn sie nachgab, senkte sich dieses Scheißding ab und begann mich zu quetschen. So hielt sie durch, bis die Feuerwehr das Teil stabilisiert hatte."
    
    Serkan kamen jetzt selbst die Tränen. „Das war meine Zeit im Gipsbett. Ohne Maya wäre ich jetzt entweder querschnittsgelähmt oder damals gestorben. Sie ist seitdem meine Schwester und gehört fest zu unserer Familie!"
    
    „It's amazing", murmelte Tim.
    
    „Lass mich selbst, du Affe!" Can trat an Serkan heran und zeigte auf die Leinwand. „Ihr glaubt es sicher nicht, aber es gibt so die eine oder andere Situation in meinem Leben, in der ich vielleicht nicht ganz so clever und gescheit reagiert habe wie sonst immer. Gut, ich war an diesem einen Tag saudämlich. War ...
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