1. Die Geschichte der Maya Klein Ende


    Datum: 11.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... nichts, Frau Klein. Aber sehr verständlich. Sie wissen jetzt, womit Sie zu rechnen haben", beruhigte sie der Ingenieur.
    
    Maya konzentrierte sich. Der Energiestoß war heftig gewesen. Wieder knallte etwas innerhalb der Attrappe, dann schlug ihre Hand nach hinten aus. Dieses Mal konnte sie damit besser umgehen.
    
    „60 Prozent! Sehr gut!", lobte Rütger. „Testreihe 20 Schuss! Sie können jetzt selbst auslösen, Frau Klein!"
    
    Maya wurde ruhiger. Sie gab einen simulierten Schuss nach dem anderen ab.
    
    „Steigern Sie die Geschwindigkeit! Schießen Sie jetzt so schnell wie möglich, um den schwarzen Bereich zu treffen."
    
    „Gut! Das war es. 86 Prozent! Das ist meisterlich." Rütger hielt der jungen Frau seine Hand hin. Sie nahm die Attrappe in die linke Hand, um die Geste zu erwidern.
    
    „Der nächste Test wird uns zeigen, wie schnell Sie die Waffe in Anschlag bringen können. Dazu blenden wir ein weißes Licht auf dem Messfeld ein. Sie versuchen es, sowie es erscheint, schnellstmöglich zu treffen." Rütger deutete auf das Zielfeld, wo nun ein weißer Punkt aufblitzte. „Senken Sie danach immer wieder die Waffe ab!"
    
    Maya verstand und richtete ihren Blick auf die Scheibe. Sie musste ihren Kopf leer bekommen. Dann würde sie das schaffen.
    
    „Beginnen Sie!"
    
    Maya riss die Pistole hoch, drückte den Abzug, dann ließ sie ihren Arm wieder sinken. Das wiederholte sie vier Mal.
    
    „Trefferquote 80 Prozent. Einer ging daneben." Rütgers Stimme überschlug sich. „Reaktionszeit zwischen 0,08 und 0,11 ...
    ... Sekunden."
    
    „War das okay?", fragte Maya. Sie ärgerte sich darüber, dass sie einmal gefehlt hatte.
    
    Serverin trat an sie heran und legte seine rechte Hand über die Simulationsgewichte an ihrem linken Schulterblatt.
    
    „Sie könnten jetzt, völlig ungeübt, auf einen Geiselnehmer einen Rettungsschuss setzen, der seinem Opfer eine Pistole an den Kopf hält, ohne dass er die Möglichkeit zu einer Gegenreaktion hat. Und in vier von fünf Fällen hätten Sie dem Menschen damit das Leben gerettet."
    
    Maya wurde schlecht bei dieser Vorstellung. „Ich muss auf Menschen schießen?", stotterte sie. „Ja. Ich bin mir sicher, dass es irgendwann dazu kommen wird. Aber Sie werden dann selbst erkennen, dass es keine andere Möglichkeit gegeben hat, um ein unschuldiges Leben zu schützen."
    
    „Bitte! Ich will das nicht tun", bat Maya den Ausbilder. Sie sah anschließend hilfesuchend zu Herrn Luchs hinüber, welcher sie mitleidig ansah.
    
    „Deshalb sind wir froh, dass Sie bei uns sind, Frau Klein. Sie werden vorher alles getan haben, um das zu verhindern. Sie werden bei uns psychologisch geschult werden, um diesem Druck standzuhalten. So stark Ihr Körper auch ist, der Kopf muss dem Stress und der Belastung im Dienst standhalten können. Das ist uns allen hier klar."
    
    Rütger bat Maya, die Pistolenattrappe dem Techniker zurückzugeben. Sie kam seinem Wunsch nach und war gespannt darauf zu erfahren, wie es nun weitergehen sollte.
    
    „Setzen Sie sich bitte auf den Hocker und lassen Sie sich von Herrn Frey ...
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