1. Der gebrochene Deal


    Datum: 18.09.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... heute. Ich fahre mit Clara nach Berlin. Wann und ob ich überhaupt wieder da bin, weiß ich noch nicht. Aber du wartest ja so wie so nicht auf mich. Ich muss nachdenken, muss mir über Vieles klar werden."
    
    "Hannes, wir müssen reden, bitte, wir müssen reden."
    
    Giftig kommt zurück.
    
    "Worüber reden? Darüber, dass du unsere Absprache so auslegst, wie es dir gefällt? Mich mit fast Kindern zum Gespött der Stadt machst. Die sind ja kaum älter als unser Sohn. Also worüber wollen wir reden?"
    
    "Du hast nie ein Wort gesagt, dass du nicht mit dem einverstanden bist. Warum nicht?"
    
    "Zuerst nicht, weil ich wollte, dass du glücklich bist, wieder Spaß am Sex hast und dann, weil es nichts mehr geändert hätte. Oder willst du mir sagen, dass du es gelassen hättest, nachdem mein Chef nicht mehr wollte, nicht mehr durfte, weil seine Frau ihn zum Mond geschossen hätte. Als du diesen jungen Kerl aus deiner Abteilung als Ersatz benommen hast. Mach dir doch nichts vor? So wie du dir schon so lange etwas vor machst. Die Sicherheit einer Ehe und die Freiheit, alles zu machen, was dir gefällt. Wollen wir darüber reden? Dazu habe ich keine Lust und auch keine Kraft mehr."
    
    Der Kaffee steht immer noch in der Maschine und das Brötchen ist angebissen. Wie gelähmt sitze ich da und kann keinen klaren Gedanken fassen. Mein selbst errichtetes Kartenhaus fällt im Zeitlupentempo zusammen und dann nach mehreren Minuten des starren Sitzen klappt die Haustür und ich sehe, wie Hannes und Clara das Haus ...
    ... verlassen und zum Auto gehen. Sie fahren weg. Ich bin alleine, ganz alleine. Aufstehen und aufräumen, der Kaffee ist lauwarm und schmeckt wie schon mal getrunken. Weg schütten, die Tasse in die Spülmaschine und dann renne ich fast in unser Schlafzimmer. Heulend liege ich auf meinem Bett und langsam schlafe ich erschöpft ein. Auf der einen Seite die wilde Nacht mit den drei jungen Kollegen, die mich bis zur Erschöpfung, bis zu meiner Erschöpfung gefickt haben, mich wie eine Nutte behandelt haben und mir gesagt haben, dass sie noch immer geil auf mich sind. Ich schwankte in dieser Nacht zwischen unendlich geil und unendlich erniedrigt.
    
    Als ich aufwache, wird es schon langsam dunkel und geweckt hat mich der Piepton meines Handys. Eigentlich brauche ich nicht auf das Display zu schauen. Ich weiß, was dort stehen wird. Ein Ort und eine Uhrzeit und ich weiß auch, von wem die Nachricht ist.
    
    Aufstehen und duschen. Plötzlich und mit großer Gewalt wurde mir eins klar, wenn ich heute wieder ausgehe, wieder diesem Ruf der Geilheit folge, bin ich endgültig verloren. Dann habe ich meinen Mann endgültig verloren, habe die letzte Chance verspielt, noch mal Mutter genannt zu werden und was sicher auch passieren würde, ich würde meinen Job verlieren. Das letzte Gespräch mit dem für meine Abteilung zuständigen Direktor war trotz des freundlich gehaltenen Gesprächsklima mehr als deutlich. Noch weitere solche Gerüchte, ja er nannte es noch Gerüchte, werde er nicht mehr ignorieren können, da ...
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