1. Marlen macht einen Fehler


    Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif

    ... Vorabends zeigte. Er bot mir den Arm an. Ich zögerte einen winzigen Moment. Die Erinnerung an die klare Ansage an Max lag noch frisch in meinem Gedächtnis.
    
    Doch ich entschied mich dafür, seine Geste als Höflichkeit anzunehmen und nahm seinen Arm. Es war eine bewusste Entscheidung, die Balance zwischen Freundlichkeit und notwendiger Distanz zu finden.
    
    Horst verhielt sich während unseres gesamten Besuchs absolut wie ein Gentleman. Die unglücklichen Vorkommnisse des Vorabends blieben vollkommen außen vor, was auch absolut fehl am Platze gewesen wäre. Er war zuvorkommend, aufmerksam und respektvoll. Ich fühlte mich pudelwohl in seiner Gesellschaft.
    
    Was unsere gemeinsame Zeit in der Kunsthalle so besonders machte, war Horsts tiefes Wissen und seine Leidenschaft für die Kunst des 18. Jahrhunderts. Er kannte sich wirklich aus. Bei jedem Bild konnten wir fachsimpeln, Details diskutieren und uns über die Techniken und Botschaften der Künstler austauschen.
    
    Er hatte auch interessante Ansichten, die für mich ganz neu waren. Es war bereichernd, seine Perspektiven zu hören, seine Interpretationen, die meine eigene Sichtweise erweiterten. Die Zeit verflog wie im Flug.
    
    Horst holte immer wieder Proseccos für uns beide. Es war eine leichte, angenehme Atmosphäre. Wir hatten auch ein paar sehr nette Gespräche mit anderen Besuchern, die unsere Begeisterung für die Kunst teilten. Und auch hier machte mein Begleiter eine sehr gute Figur.
    
    Er war charmant, eloquent und ...
    ... beeindruckte die anderen Besucher mit seinem Wissen, ohne je belehrend zu wirken. Ich war stolz darauf, ihn an meiner Seite zu haben. Wir blieben bis 20:00 Uhr, und obwohl wir fast den ganzen Nachmittag dort verbracht hatten, hatten wir gerade mal die Hälfte der Bilder gesehen. Es dauerte einfach länger, weil wir zu jedem einzelnen Werk so viel zu sagen hatten, so viele Gedanken und Eindrücke zu teilen hatten.
    
    Die Stunden waren gefüllt mit intellektuellem Austausch und ästhetischem Genuss.
    
    Draußen, als wir die Kunsthalle verließen, wollte ich zum Hauptbahnhof, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren. Doch Horst bestand darauf, mich nach Hause zu fahren. Er meinte, es sei ihm zu gefährlich, mich um diese Zeit alleine zum Hauptbahnhof gehen zu lassen, da dieser keinen guten Ruf hatte.
    
    Obwohl ich wusste, dass es ihm auch entgegenkam, mich selbst fahren zu können, schätzte ich seine Fürsorge. Nach dem langen Tag und den vielen Eindrücken war ich auch froh, nicht noch Bus und Bahn fahren zu müssen. Ich willigte ein.
    
    Ich saß in Horsts Wagen, einem alten, aber sehr gepflegten Jaguar. Das Leder war weich, der Motor schnurrte leise, und der Innenraum roch angenehm nach altem Holz und einem Hauch von Leder. Es war ein Auto mit Charakter, das perfekt zu Horst zu passen schien.
    
    Während der Fahrt erzählte er mir, dass er auch bei sich zu Hause einige Bilder von dem einen oder anderen Maler hängen hatte, die er über die Jahre gesammelt hatte. Er nannte ein paar ...
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