1. Marlen macht einen Fehler


    Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif

    ... zärtliche, aber bestimmte Geste. Ich zögerte, mich zu wehren. Die Wärme seines Arms, die leise Traurigkeit in seiner Stimme, die intime Atmosphäre - all das wirkte auf mich ein.
    
    Er erzählte ruhig weiter, seine Stimme nah an meinem Ohr. "Ich konnte mich schon so lange nicht mehr mit einer Frau so unterhalten, Marlen. Nicht wirklich unterhalten." Seine Stimme war leise, fast ein Flüstern. "Du bist eine besondere Frau, Marlen. Mit Intellekt, einem so feinen Gespür für Formen und Farben, dazu dein Wissen über die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts."
    
    Ich spürte, wie seine Lippen meinem Ohr immer näherkamen. Mein Atem wurde flacher. Ich konnte sein Parfüm riechen, eine Mischung aus holzigen Noten und etwas Frischem, Angenehmem. Seine Wärme strahlte auf mich ab, und ich spürte die leichte Anspannung, die zwischen uns lag.
    
    Meine Gedanken rasten. Max. Mein Versprechen. Die Erkenntnis, dass dies eine gefährliche Situation war. Aber gleichzeitig die Faszination für diesen Mann, seine Geschichte, seine Ehrlichkeit. Die Anerkennung, die er mir entgegenbrachte, war berauschend. Es war so anders als die vertraute, unaufgeregte Liebe von Max. Horsts Lippen kamen meinen immer näher. Ich konnte seinen Atem auf meiner Wange spüren, die leise Erwartung, die in der Luft lag. Ich spürte die Hitze, die von ihm ausging, die Anziehung, die ich nicht leugnen konnte. Mein Herz pochte laut in meiner Brust. Ich wollte ihn nicht verletzen, ich wollte die Grenze nicht überschreiten.
    
    Doch ...
    ... mein Körper reagierte anders. Eine seltsame Lähmung hielt mich fest, als er sich vorbeugte. Dann traute er sich. Seine Lippen berührten meine. Ein sanfter, zärtlicher Kuss, der mich für einen Moment die Welt vergessen ließ.
    
    Ich schreckte um 2:00 Uhr morgens aus dem Schlaf. Die Nacht war still, zu still. Ich streckte meine Hand aus, um Marlen zu berühren, aber ihre Seite des Bettes war leer und kalt. Ein ungutes Gefühl überkam mich.
    
    Ich stand auf, das Herz begann schneller zu schlagen, und griff nach meinem Handy. Keine Anrufe, keine Nachrichten von ihr. Eine Welle der Sorge durchzog mich. Wo war sie? Was war passiert?
    
    Ich rief sie an. Das Klingeln zog sich endlos in die Länge, jede Sekunde verstärkte meine Angst. Ich war kurz davor aufzulegen, als sie doch ranging. Doch es war nicht Marlen. Eine männliche Stimme meldete sich, ruhig und besonnen. "Wagner", sagte er.
    
    Mein Herz sank. "Was ist mit meiner Frau?", fragte ich, meine Stimme war heiser vor Sorge. "Ich mache mir große Sorgen."
    
    Dieser Herr Wagner erwiderte in einem beruhigenden Ton, der mich jedoch nur noch wütender machte: "Sie schläft. Sie hat wohl ein wenig über den Durst getrunken und ist daher einfach eingeschlafen. Morgen früh bringe ich sie nach Hause, Sie brauchen sich keine Sorgen machen."
    
    Über den Durst getrunken? Marlen? Das passte überhaupt nicht zu ihr. Sie war keine, die sich betrank, geschweige denn, dass sie irgendwo bei einem fremden Mann übernachtete.
    
    Ich bestand darauf, mit ihr zu ...
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