1. Marlen macht einen Fehler


    Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif

    ... reden. "Ich muss mit ihr sprechen!", sagte ich, meine Stimme wurde lauter, fordernder. Doch er erklärte mir in aller Ruhe, dass sie dazu nicht in der Lage wäre.
    
    Dann legte er einfach auf. Das war der Moment, in dem die Sorge in pure Wut umschlug. Meine Frau war nicht zu Hause, sie war bei einem anderen Mann, der behauptete, sie sei betrunken und nicht ansprechbar. Das war nicht Marlen. Das konnte nicht sein.
    
    Was dieser Herr Wagner nicht wusste, war, dass Marlen und ich eine App auf unseren Handys hatten, die es uns ermöglichte, uns gegenseitig überall zu finden. Eine Art verbesserte GPS-Ortung, genauer und zuverlässiger als alles andere.
    
    Ich startete die App, meine Finger zitterten vor Anspannung. Gleichzeitig zog ich mich an, meine Bewegungen waren hastig und entschlossen. Die Adresse wurde auf dem Bildschirm angezeigt: Blankenese. Zehn Minuten Fahrt von hier. Ich stürmte aus dem Haus, setzte mich ins Auto und raste los. Die Straßen waren menschenleer, was mir entgegenkam. Mein Verstand arbeitete auf Hochtouren. Was war hier los?
    
    Hatte dieser Wagner meine Frau unter Drogen gesetzt? Oder war sie freiwillig dort? Aber warum dann diese Lüge vom Betrunken sein? Mein Magen zog sich zusammen. Ein widerlicher Gedanke begann sich in meinem Kopf festzusetzen, ein Gedanke, den ich sofort wieder zu verdrängen versuchte.
    
    Als ich bei der Adresse in Klein Flottbek ankam, sah ich eine imposante Villa, umgeben von einem hohen Zaun. Ich wusste sofort, dass etwas nicht ...
    ... stimmte. Dieses Haus passte nicht zu Marlen, zu ihren Prinzipien, zu unserer Beziehung. Ich rief die Polizei. Meine Stimme war gepresst, aber ich versuchte, ruhig zu bleiben.
    
    Ich erklärte die Situation, die Widersprüche, die ungewöhnliche Uhrzeit, das unpassende Verhalten meiner Frau. Ich begründete es mit einem Verhalten, das überhaupt nicht zu meiner Frau passte. Die Beamten waren schnell da, kurz nach mir traf der Streifenwagen ein.
    
    Ich klingelte bereits Sturm an der Tür, als die beiden Beamten sich zu mir gesellten. Die Minuten zogen sich wie Kaugummi. Jeder Augenblick der Ungewissheit nagte an meinen Nerven.
    
    Nach fast 29 Minuten, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, kam eine Gestalt zum Tor. Es war ein älterer Herr, der sich sofort über die Ruhestörung beschwerte und drohte, die Polizei zu rufen. Als er die Beamten sah, erstarrte er. Ich erkannte ihn: Es war Wagner.
    
    Ich fragte sofort nach meiner Frau, meine Stimme war hart und fordernd. Wagner führte uns ins Haus, durch einen eleganten Flur in ein Zimmer, das ich als Schlafzimmer identifizierte. Dort lag Marlen. Sie schlief. Ein Stich der Erleichterung durchfuhr mich, gemischt mit einer aufkommenden Wut.
    
    Ich wachte kurz auf, noch etwas benebelt vom Prosecco und der intensiven Konversation. Ich sah Horst, der neben mir stand. Ich kicherte leicht, die Erinnerung an unseren Kuss noch präsent. "Horst", flüsterte ich, meine Stimme war etwas belegt.
    
    "Ich werde bestimmt großen Ärger von meinem Mann bekommen. Dabei ...
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