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Marlen macht einen Fehler
Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif
... ich nicht kommen würde? Ich bezahlte den Taxifahrer, meine Hände zitterten immer noch. Ich schloss die Haustür auf, trat ein und tastete nach dem Lichtschalter. Das Licht flutete den Flur, doch das Haus blieb still. Ich rief nach Max, meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern in der Leere. "Max? Bist du da?" Nur die Stille antwortete. Das Haus war kalt und leer, wie meine Hoffnung in diesem Moment. Ich war allein. Und ich wusste nicht, wie ich das, was gerade passiert war, jemals wieder in Ordnung bringen sollte. Die Gewissheit, dass ich einen schrecklichen Fehler gemacht hatte, lastete schwer auf meiner Seele. Die Angst vor dem, was kommen würde, war lähmend. Ich war nicht weggefahren. Nicht wirklich. Der Gedanke, Marlen in diesem Haus zurückzulassen, war unerträglich. Ich kannte die Gegend von Klein Flottbek gut, wusste um die kleinen Waldstücke und die vielen Kurven. Rund 40 Meter entfernt, in einer Biegung, parkte ich mein Auto in einem Waldgebiet. Von dort hatte ich den Eingangsbereich der Villa perfekt im Blick. Ich stellte mich hinter einen großen SUV, der dort geparkt war, und wartete. Mein Herz pochte wild in meiner Brust. Die Wut kochte in mir, aber noch mehr war da dieser bohrende Schmerz der Ungewissheit. Ich sah, wie die Polizisten wegfuhren, ihre blauen Lichter verschwanden in der Morgendämmerung. Die Stille, die zurückblieb, war ohrenbetäubend. Dann vergingen die Minuten, jede einzelne dehnte sich ins Unendliche. Fast 20 Minuten. Meine Nerven ...
... lagen blank. Marlen konnte sich wohl nicht einfach von ihrem Lover trennen. Der Gedanke schnürte mir die Kehle zu. Dann endlich sah ich ein Taxi vorfahren. Das erklärte die lange Dauer. Oder es war nur eine weitere Ausrede, die mein Verstand mir lieferte, um die bittere Wahrheit zu verdrängen. Aber dafür hatte ich im Moment nicht die Ruhe. Ich sah, wie Horst sie zum Taxi begleitete. Selbst aus dieser Entfernung konnte ich sehen, wie aufgeregt Marlen war. Sie ließ Horst einfach stehen, stieg hastig in den Wagen, ohne sich umzublicken. Ich interpretierte es so, dass es ihr nur darum ging, schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Sie musste doch ihren Ehegatten davon überzeugen, dass sie ihn niemals betrügen würde, dass es an ihrem Alkoholkonsum liegen würde und so weiter. Die Lügengeschichte, die sie mir auftischen würde, spielte sich bereits in meinem Kopf ab. Der bloße Gedanke daran ließ mich erschaudern. Ich war zutiefst getroffen. Es war nicht nur ein Messer im Rücken; nein, sie hatte mich direkt ins Herz gestochen. Der Schmerz war so intensiv, so allumfassend, dass er mich fast außer Atem brachte. Die Frau, die ich liebte, die Frau, der ich blind vertraut hatte, hatte mich belogen, betrogen, gedemütigt. Ich spürte, wie meine Hände am Lenkrad zitterten. Eine wilde, unkontrollierbare Wut überkam mich. Ich musste hier weg. Weg von diesem Ort, weg von den Bildern, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatten. Ich fuhr wie im Rausch. Wild durch die Gegend, ohne Ziel, ...