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Marlen macht einen Fehler
Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif
... ohne Plan. Die Sonne war schon eine Weile aufgegangen, ihre Strahlen schienen mein Inneres nicht zu erreichen. Ich sah die Landschaft an mir vorbeiziehen, aber ich nahm sie nicht wirklich wahr. Mein Kopf war leer und gleichzeitig überfüllt mit Wut, Enttäuschung und diesem unerträglichen Schmerz. Irgendwann, als die Sonne schon hoch am Himmel stand und ich mich in einer mir unbekannten Gegend befand, fuhr ich an einem kleinen Hotel in den Schwarzen Bergen vorbei. Es sah unscheinbar aus, fast versteckt. Ein Gefühl der plötzlichen Erschöpfung überrollte mich. Ich brauchte einen Ort, an dem ich allein sein konnte, um diese verwüstenden Gefühle zu verarbeiten. Ohne zu zögern, parkte ich mein Auto, stieg aus und ging hinein. Ich buchte ein Zimmer für eine ganze Woche. Ich brauchte Zeit. Zeit, um zu verstehen, was passiert war, Zeit, um die Wunden zu lecken, Zeit, um zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Dann rief ich im Krankenhaus an und nahm meinen gesamten Urlaub, der sich bei mir angesammelt hatte. Ich sagte ihnen, dass ich telefonisch bei Notfällen erreichbar wäre. Ich wollte nicht, dass meine Patienten unter meinem persönlichen Chaos litten. Danach ging ich duschen. Das heiße Wasser prasselte auf mich herab, aber es konnte die Kälte in meinem Inneren nicht vertreiben. Jeder Tropfen schien meine Wut und meinen Schmerz nur noch zu verstärken. Als ich fertig war, legte ich mich ins Bett. Aber nicht, ohne mein Handy auf lautlos zu stellen. Ich wollte keine Anrufe, ...
... keine Nachrichten. Ich wollte Stille. Ich wollte schlafen, einfach nur vergessen, zumindest für ein paar Stunden. Die Müdigkeit war überwältigend, aber der Schmerz in meinem Herzen war noch stärker. Ich schloss die Augen, aber die Bilder von Marlen in diesem Bett, die Worte dieses Wagner - sie brannten sich in mein Gedächtnis ein. Ich wusste, dass der Schlaf nicht lange währen würde. der Tag wie ein weiterer Stein war, der auf die Mauer zwischen Max und mir gelegt wurde. Eine Mauer, die ich selbst gebaut hatte. Ich hatte versucht, ihm zu erklären, zu beschwören, dass dieser Kuss mit Horst nichts war. Nur ein Berühren der Lippen, kein Zungenspiel, kein Austausch von Flüssigkeiten. Eine dumme, betrunkene Dummheit, mehr nicht. Aber wie sollte ich ihm das glauben machen, wenn die Bilder, die er gesehen hatte, so viel lauter sprachen als meine Worte? Jeden Morgen wachte ich mit einem Kloß im Magen auf. Die Erinnerung an diesen Morgen in Horsts Bett verfolgte mich. Wie die Decke verrutschte, wie ich nackt und - oh Gott, ja, flirtend - aufwachte und sein Blick mich traf. Dieser Blick, der nicht fassungslos, sondern einfach nur leer war. Als ob ich für ihn schon nicht mehr existierte. Er hatte mir so oft gesagt, dass er meine impulsive Art nicht verstehen würde, dass er an unserer Liebe zweifelte. Ich hatte es weggewischt, als wäre es nichts, hatte seine Sorgen nicht ernst genommen. Und jetzt? Jetzt war die Konsequenz greifbar, schmerzhaft real. Ich hatte viel geweint. ...