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Marlen macht einen Fehler
Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif
... harmlosen Flirts. Ich hatte meine Lektion gelernt, wenn auch auf die schmerzlichste Weise. Denn ich wusste tief in meinem Herzen: Ich war einfach nicht über die Liebe zu Max hinweggekommen. Und ich fragte mich, ob ich es jemals würde. Drei Monate. Drei Monate des Atmens. Des Aufatmens, aber auch des Suchens nach einem neuen Rhythmus. Marlens Versuche, mich zu überzeugen, dass dieser Kuss nur ein Lippen-Berühren war, ohne Zunge, ohne Austausch von Flüssigkeiten... Es war wie ein schlechter Film, der sich immer wieder vor meinem inneren Auge abspielte. Nicht nur der Kuss, sondern das ganze Bild. Nackt in Horsts Bett. Flirtend aufwachen. Und ihre Erklärung danach, die sich wie eine billige Ausrede anfühlte. Ich hatte ihr ruhig zugehört, als sie alles herunterbetete. Aber in mir war etwas zerbrochen, das sich nicht mehr flicken ließ. Vertrauen. Das war das Wort. Ich konnte ihr nicht mehr glauben. Nicht mehr, wenn es um ihre Impulsivität ging, die uns schon so oft an den Rand getrieben hatte. Und nicht mehr, wenn es um ihre Liebe ging. Ich hatte ihr oft genug gesagt, dass ich mit dieser impulsiven Art nicht klarkomme. Dass ich das Gefühl hatte, immer auf Eierschalen laufen zu müssen, weil ich nie wusste, wann der nächste Ausbruch, die nächste dumme Idee, die nächste Grenzüberschreitung kommen würde. Und jetzt war es passiert. Es war nicht die Eifersucht, die mich zerfraß, nicht die Wut auf Horst oder auf Marlen, sondern eine tiefe, kalte Enttäuschung. Die ...
... Erkenntnis, dass das, was wir hatten, nicht stark genug war, um Marlens eigene Dummheit zu überwinden. Das Gespräch mit ihr war hart. Nicht, weil es laut war, sondern weil es so endgültig war. Ich habe ihr klipp und klar gesagt, dass ich so nicht mehr leben kann. Dass mein Vertrauen weg ist und ich nicht mehr an unsere Liebe glaube. Es war keine Drohung, keine Verhandlung. Es war eine Feststellung. Die Konsequenz aus all dem, was vorher gewesen war und was an diesem Morgen in Horsts Wohnung den Höhepunkt erreicht hatte. Ich sah ihre Tränen, spürte ihre Verzweiflung. Aber ich konnte sie nicht mehr auffangen. Ich war leer. Erschöpft von den ständigen Aufs und Abs, von dem Gefühl, nie ganz sicher sein zu können. Ihr Auszug war eine Erleichterung und ein Stich ins Herz zugleich. Das Haus fühlte sich leerer an, stiller. Aber auch ruhiger. Kein ständiges Bangen mehr, keine unvorhergesehenen Eskapaden. Die Kinder waren das Schwerste. Unser Gespräch mit ihnen war ein Balanceakt. Wir wollten ihnen klar machen, dass sie nicht schuld waren, dass unsere Entscheidung nichts mit ihnen zu tun hatte. Ich sah ihre Gesichter, die zwischen uns hin und her blickten, ihre Augen voller Fragen. Ich versuchte, so ruhig und klar wie möglich zu sprechen, um ihnen Sicherheit zu geben. Sie waren das Wichtigste. Und für sie würden wir immer Eltern bleiben, auch wenn wir kein Paar mehr waren. Durch die Kinder blieben wir in Kontakt. Es war ein freundschaftlicher Umgang, der auf Respekt und der ...