1. Der Ehemalige und eine zerstörte Ehe


    Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... einem beschränkten Personenkreis sollte erfahren, wo ich bin. Ganz besonders nicht meine Frau und dann bat ich um eine Woche Urlaub, um alle notwendigen Dinge zu klären. Vater ging bereits am Nachmittag in meine Wohnung und holte dort meine restlichen Sachen, zu mindestens, was ich ihm erklärt hatte und er als meins erkennen konnte. Dabei traf er auch meine Frau und eins meinte er, eigentlich würde es sich gehören, dass ich mit ihr sprechen würde. Sie schäme sich sehr und bestreitet, dass sie mir die Fotos geschickt hat.
    
    "Vater, du hast vom Grundsatz recht, aber ich kann es nicht, habe riesige Angst, dass ein solches Gespräch völlig außer Kontrolle gerät und ich die Beherrschung verliere. Sie leidet, na, was meinst du, was ich leide. Sie war mal meine große Liebe und dann das. Nein, ich kann es nicht. Bitte denke an meine Bitte, ich will nicht, dass sie erfährt, wo ich bin."
    
    Die Arbeit in Kaunas war gut, die Unterstützung super und dann war der von mir mit großer Sorge betrachtete Termin der Scheidung. Ich war geladen und musste erscheinen. Mein Anwalt meinte nur, dass es nicht einfach würde, der Richter täte sich schwer, eine Ehe als gescheitert zu erklären, wenn eine Partei es nicht wolle und meine Frau wolle die Scheidung nicht.
    
    Der Tag war da, ich hatte mich vorbereitet und stand mit meinem Anwalt auf dem Flur des Gerichtes und wartete auf das Aufrufen unseres Verfahrens. Und dann kam meine Frau, die von ihrer Anwältin begleitet wurde. Roswitha sah so anders aus, ...
    ... als ich sie in Erinnerung hatte. Sicher, sie ist immer noch eine schöne Frau. Ihre langen Haare waren ab und sie trug eine Kurzhaarfrisur, die ihr stand. Die Kleidung war sportlich, aber doch recht hochgeschlossen. Insgesamt machte sie einen verschlossenen Eindruck, zurückhaltend und als sie mich ansah, sah ich, dass ihre Augen wässerig wurden. Sie gab mir zwar die Hand, bekam aber kein Wort raus, obwohl es so aussah, dass sie etwas sagen wollte.
    
    Roswitha
    
    Der Tag, vor dem ich mich so gefürchtet habe, war da. Ich hatte kaum geschlafen und brauchte bestimmt doppelt so lange, um mich fertig zu machen und anzuziehen und dann sah ich ihn, meinen Mann, den ich durch mein Verhalten verloren hatte und unter die Ehe mit ihm heute der Schlussstrich gezogen werden soll. Ich sah ihn und war mir plötzlich ganz klar, dass ich verrückt gewesen sein muss, mich so gehen zu lassen. Ich wäre bald weg gelaufen, so schlug diese Erkenntnis zu. Da stand er, der Mann, dem immer noch mein Herz gehörte, der immer noch der Mann meiner Träume war und sah mich zwar interessiert, aber ohne ein Lächeln an, als er mir die Hand gab, durchzuckte mich ein Blitz und ich bekam kein Wort raus. Stand da und hätte ihm so gerne so viel gesagt, mich vor ihm in den Staub geworfen und um seine Vergebung gebeten, nein ihn angefleht.
    
    Es kostete mich meine letzte Kraft und erst das leise Räuspern meiner Anwältin brachte mich zurück. Und dann wurde unsere Sache aufgerufen und wir mussten eintreten. Die Fragen des ...
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