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Der Ehemalige und eine zerstörte Ehe
Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sonstige,
... Richters rauschten so an mir vorbei. Erst als er mich direkt ansprach und wohl schon zum zweiten Mal fragte, ob ich die Ehe mit Klaus als gescheitert ansehe, wurde ich wach. "Herr Richter, sicher habe ich durch mein Verhalten, mein Fremdgehen unsere Ehe an den Rand des Abgrundes gebracht und ich verstehe auch, dass mein Mann enttäuscht, wütend ist und mir nicht mehr vertraut. Aber ich hatte nie die Möglichkeit, mit ihm darüber zu sprechen, konnte ihn nie um Verzeihung bitten, ihn nie anflehen, mir noch eine Chance zu geben, konnte ihm nie sagen und erklären, dass ich ihn liebe und mich so furchtbar schäme. Und wenn sie fragen, ob ich die Ehe mit Klaus als gescheitert ansehe, dann bekenne ich, dass ich sie zerstört habe, durch mein Fremdgehen zerstört habe, sie seit über einem Jahr keine Ehe mehr ist, weil ich nur noch alleine bin, meinen Mann erst heute, hier vor diesem Gericht wieder gesehen habe. Und wenn er mir keine Chance mehr gibt, dann ist diese Ehe gescheitert. Was hätte es für einen Sinn, an dieser Ehe festzuhalten. Ich weiß zwar nicht, wie es weiter gehen soll, aber ich habe ja schon ein Jahr lang ohne ihn gelebt, nein nicht gelebt, aber so dahin vegetiert. Ich hoffe nur, dass es ihm besser geht als mir und natürlich stimme ich zu, dass diese Ehe, die ja nicht mehr besteht, geschieden wird." Meine Anwältin legte beruhigend ihre Hand auf meine und nickte leicht. Der Richter stellte die gleiche Frage an meinen Mann und der antwortete nur mit einem ...
... Ja. Nach einer kurzen Beratung verkündete der Richter dann den Beschluss, dass die Ehe geschieden ist. Kaum war dieser Satz ausgesprochen, hielt ich es nicht mehr aus und verlies den Raum fluchtartig. So hörte ich nicht mehr, dass der Richter auch noch erklärte, dass er entgegen seines Gefühls hier nur die geschaffenen Tatsachen berücksichtigt hätte. Dann sah er meinen Mann an und sagte ein paar persönliche Worte. "Junger Mann, das was ich jetzt sage, sage ich nicht in meiner Funktion als Richter und daher kommen diese Worte auch nicht ins Protokoll. Ich kann sie verstehen, dass das Fremdgehen ihrer Frau für sie ein Schock war und ist, aber als älterer Mann und auch Ehemann sage ich ihnen, dass sie ihre Frau nicht fair behandelt haben. Zwei erwachsene Menschen sollten den Anstand und die Kraft haben, auch in solchen Situationen miteinander zu reden. Und wenn ihre Frau nicht in ihrer Einlassung der Scheidung zugestimmt hätte, hätte der Beschluss auch anders ausfallen können. Ihr Anwalt wird ihnen meine Möglichkeiten erläutern. Gehen sie einmal in sich und fragen sie sich einmal, ob sie nicht auch etwas falsch gemacht haben. Und wenn ich nicht ganz weltfremd bin, hat sie die kleine Rede ihrer Frau doch aufgewühlt. Ist da noch was in ihrem Herzen? Die sicher nicht richtige Reaktion ihrer Frau hat sehr deutlich gezeigt, dass bei ihr noch sehr viel Gefühl vorhanden ist. Über die rechtlichen Möglichkeiten und die Fristen muss ich die Anwälte nicht belehren. Ich schließe hiermit die ...