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Milfy Way
Datum: 24.10.2026, Kategorien: Verführung
... machen konnte. Das Notizbuch zum Zettel fehlte. Er trug es normalerweise immer bei sich. Außerdem fehlte sein Handy und seine Sonnenbrille. Bestimmt war beides zu Bruch gegangen beim Unfall. Und dann gab es noch diesen Pass. Auch der war ungültig gemacht worden. Neugierig schaute ich hinein. Leer. Aber seit Schengen war der ja zumindest in Europa nicht mehr so wichtig. Ich machte mich auf den Weg zu dem Bestatter der auf dem Zettel stand, machte mit dem alles klar, und er versprach sich um die Abholung zu kümmern. Und dann ging es erst richtig los. Trennungsschmerz. Es war einfach zu viel, was ich in der kurzen Zeit verdauen musste. Uwes Verschwinden, mein Betrug mit Julian, der Diebstahl des Firmengeldes, die Ahnung einer Affäre, der Diebstahl des Hypothekengeldes, die endgültige Aufdeckung seines Betrugs, mein Betrug mit dem Polizisten, mein Betrug mit Nico und dem Hausdetektiv - ja, war das überhaupt Betrug, wenn man selbst schon betrogen wurde? Es war egal, denn ich war in einem Jammertal. Heulte tagelang und aß nichts, lag einfach nur den ganzen Tag im Bett und trank nur ab und an einen Schluck Wasser. Immer wenn ich mich aufraffen wollte, um zum Laden zu fahren, kam alles wieder hoch und es ging von vorne los. Es war wie bei einer Schallplatte mit einem Kratzer, die immer wieder die gleiche Rille abspielt, mit genau dem grässlichsten Teil der Musik. Das schlimme war, ich gab mir innerlich auch noch die Schuld am dem Ganzen. So, als ob Uwe das machen musste, weil ...
... ich ihm nicht das gegeben hatte, was nötig für ihn war. Und laut meiner Logik hatte ich ihn auch in den Tod getrieben durch das Abschöpfen des geklauten Geldes. War ja was dran! Unterbrochen wurde die Sache nur vom Bestatter und seinem Besuch. Ich musste ihm ja total verkommen vorgekommen sein. Ungepflegte Haare, ungeduscht, verquollene Augen, und im Nachthemd trat ich ihm gegenüber, ließ ihn rein, und wir besprachen alles. Und dann, der Bestatter war schon weg, kam der Anruf von Piere. "Hallo Sandra! Mein aufrichtiges Beileid! Auch wenn er ...., aber das hat er nicht verdient und du erst recht nicht." "Danke Piere." Und schon fing ich wieder mit dem Heulen an. Piere verstand wohl, wie es mir innerlich ging. "Ich komme vorbei. Bist du zu Hause?" Ich nickte. "Sandra?" Da merkte ich erst, dass Piere das ja gar nicht sehen konnte. "Ja, bin hier." Piere legte auf. Ich machte mich notdürftig zurecht. Zwanzig Minuten später stand er vor der Tür, hatte einen riesengroßen Blumenstrauß im Arm, war im allerfeinsten Anzug, und umarmte mich. "Sandra!", sagte er nur, und ich lehnte mich einfach an ihn. "Komm rein", sagte ich nach einer halben Ewigkeit. "Wo warst du denn so lange?", fragte ich, und es musste für Piere wie ein Vorwurf geklungen haben, aber es sollte keiner sein. Ich hätte ja auch ihn anrufen können. "Ich war in Neapel." "Ach ja. Wie geht es ihr denn?" "Wie schon? Die Ärzte hoffen, dass sie durchkommt." "Du Ärmster!" "Du Ärmste! Ich kann mir ...