1. Milfy Way


    Datum: 24.10.2026, Kategorien: Verführung

    ... winzige Feier machen, aber durch die Sterbeannonce der Firma würden dann auf jeden Fall zu viele kommen. Also große Trauerfeier mit Ansprache in der Beerdigungshalle nötig. Dafür hatte ich nichts abgesprochen. Ich rief den Bestatter an. Abends kam er nochmal vorbei. Er fragte mich viele Sachen über Uwe aus, die schlechten Sachen ließ ich natürlich weg. Kirchenleute würde es nicht geben. Mit denen lag Uwe über Kreuz und ich auch. Ich hatte Glück und die Trauerhalle war noch frei. Anderen tags nahm ich Kontakt zum Hamburger Abendblatt auf, der lokalen seriösen Zeitung, und ließ auch von mir eine Sterbeannonce veröffentlichen. Sündhaft teuer, aber das war mir die Sache dann wert. Ich rief Piere an und gab die Informationen, also die Uhrzeit, und die Trauerhalle durch.
    
    Jeden Tag videofonierte ich mit Ellen. Zum Fall gab es keine neuen Infos, aber sie wollte mir zumindest Beistand geben, sagte sie. Und dann kam er, der Tag. Uwes Bruder war extra aus Amsterdam angereist, sein Vater aus Lüneburg ja sowieso, mit beiden verstand sich Uwe damals nicht gut, etliche Nachbarn, übrigens auch Nico mit Eltern, weitere Leute aus der Nachbarschaft, Vanessa und noch eine andere aus meinem Laden, viele Leute aus Uwes Firma, Piere, Julian, Zickchen, noch einige andere Manager und ein Haufen Leute aus seiner alten Abteilung. Als erstes war der Bestatter dran und hielt die übliche Trauerrede. Piere hielt auch eine kurze Rede, voller Betroffenheit, und sagte allen dass nach der Beerdigung ein ...
    ... gecharterter Bus zum Abschiedsessen fährt und alle Leute mitdürfen. Und danach hielt einer aus Uwes Abteilung eine Rede. Ich hätte das nicht hingekriegt. Es war eine bewegende Rede. Davon, wie er in Uwes Abteilung frisch angefangen hatte, er Uwe erst für einen normalen Mitarbeiter gehalten hatte und er ihm sich dann im ersten Teammeeting als sein Chef vorstellte. Und wie Uwe mit der Sache super gut und elegant umgegangen war und er ihm immer als Vorbild, als stets gutgelaunter Chef begegnet war. Ja, das war Uwe, wie ich ihn kannte. Alle hatten bei seiner Rede Tränen in den Augen, ich natürlich auch. Mein Heulen und Schluchzen störte seine Rede sogar, aber er ging drüber hinweg.
    
    Dann marschierten wir alle zum Grab. Für mich fühlte sich das an, als ginge ich zu meinem eigenen Grab. War ja auch so, mit Uwe beerdigte ich ja auch mich. Zumindest einen großen Teil meines Lebens. Dann waren wir dort angekommen, die Herren senkten seinen Sarg ab. Stück für Stück senkte er sich in die Tiefe, weg von mir. Es war, als würde er von mir weggezogen. Ich wackelte, aber ich blieb stehen. Ich war natürlich die erste, die dran war. Ich warf die Blume hinein, welche mir Ellen in die Hand gedrückt hatte. "Leb wohl, Uwe", kam über meine Lippen, ganz leise, kaum hörbar für die anderen. Nach und nach kamen alle nach vorn, erst Vater und Bruder, und alle kondolierten mir, die meisten mit Gesten, einige auch mit Worten. Viel hatte ich nicht behalten. "Behalte seine guten Taten in Erinnerung!", sagte ...
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