1. Milfy Way


    Datum: 24.10.2026, Kategorien: Verführung

    ... gar nicht, sondern klatschte wie die anderen Zuschauer den Musikern zu, bis die alle Platz genommen hatten.
    
    Und dann ging es los. Ich war schon Ewigkeiten nicht mehr in so einer Art Konzert gewesen. Die wenigen Konzerte bisher waren vom Musikunterricht der Schule. Einstimmen der Instrumente. Der Dirigent kam, nochmal klatschen, er stieg auf sein Pult, und die ersten Töne ertönten. Ein witziges, schmissiges Stück, welches alle in seinen Bann zog. Großes Geklatsche nach dem Schluss, ziemlich lange. Dann ging der Dirigent wieder raus. Ich hoffte oder befürchtete, je nach Sichtweise, dass mein unbekannter Mann in dieser kurzen Pause doch noch kam, aber Pustekuchen. Wobei, es könnte ja auch eine Frau sein. Dann kam der Dirigent wieder, zusammen mit einer Solistin. Ein Violinkonzert. Ich hatte das schon mal irgendwann gehört, wusste aber nicht von wem es ist. Ein süßlich schmelzendes Stück ohne Solo-Attitüden. Wieder viel klatschen, die Solistin gab noch eine Zugabe, dann war Pause. Würde er nachher kommen oder schon auf dem Platz neben mir sitzen? Trotz meiner Anspannung ging ich ins Foyer, um mir die Beine zu vertreten. Und auf das Örtchen ging ich gleich zuerst.
    
    Als ich heraus kam, stand eine Riesen-Schlange davor. Gutes Timing, Sandra, sagte ich mir. Ich ging zum Geländer, von wo man gut herunterblicken konnte, richtig tief hinunter, drehte mich um, und blickte auf ein mal in seine Augen. Mein Herz raste erneut. Aber schnell ging sein Blick wieder von mir weg. Er kam auf ...
    ... mich zu, schien mich aber gar nicht mehr zu sehen, schaute genauso hinunter wie ich, löste sich, und ging wieder weg. Der war es also nicht. Ich ging wieder zurück in den Saal. Keiner auf dem Platz neben mir. Er folgte nach ein paar Minuten, nickte mir zu, setzte sich auf seinen Platz, und studierte das Programmheft. Nach und nach füllten sich die Reihen, aber der Platz neben mir blieb frei. Ich war regelrecht enttäuscht. Nicht erleichtert. So blieb die Bedrohung ja weiter bestehen! Nichts war gelöst!
    
    Dann kam das Orchester wieder und es ging los. Die ersten Töne erklangen. Ich zuckte zusammen. Hörner, dann Trompeten, Fanfaren. Eine bedrohliche Einführung. Ich dachte sofort an die Situation von vor einigen Monaten, aber auch an meine jetzige Situation. Tränen schossen in meine Augen. Hatte sich wirklich jemand einen Spaß mit mir erlaubt? Wenn ja, war es sicher ein teurer Spaß gewesen. Weiter ging das Stück, welches mich mehr und mehr in seinen Bann zog. Immer wieder das Thema vom Beginn, bedrohliche Töne. In Gedanken flogen die Ereignisse vom Sommer an mir vorbei. Und dann kurz vor Schluss des ersten Teils, es waren ja vier Teile, ein sehr langer, schneidender, schmerzhafter Ton der Geigen, dann ein gesteigertes Orchestertutti, in das ohrenbetäubende Posaunenklänge rasten. Wieder kamen Tränen in meine Augen, richtig viele, da ich dabei an Uwe dachte.
    
    Nach einer halben Stunde und endlose Schicksalsklänge später, es waren allerdings auch liebliche Passagen dabei, war das ...
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