1. Milfy Way


    Datum: 24.10.2026, Kategorien: Verführung

    ... Stück zu Ende. Ich auch. Es hatte mich mehr mitgenommen, als ich gedacht hatte, aber der bombastische Schluss mit dem ganzen Orchesterapparat hatte auch etwas befreiendes. Und komisch, die dunkle Bedrohung war innerlich weg, obwohl die noch da sein musste. Mein Schicksal würde es nicht weiter beeinflussen, nahm ich mir vor. Die Saalbeleuchtung ging an, und die Leute strömten zum Ausgang. Ich blieb noch sitzen, musste noch alles verarbeiten. Als ich nach endloser Zeit, die meisten Leute waren schon weg, nach rechts schaute, da saß auch er noch. Endlich schaute er zur mir hin. Er lächelte mich jetzt an. "Wir haben beide was ähnliches erlebt", sagte er.
    
    "Woher wissen sie das?", fragte ich ihn.
    
    "Sie hatten an denselben Stellen Tränen in den Augen wie ich."
    
    "Sie haben mich angeschaut?"
    
    "Ich entschuldige mich!" Er hob wie abwehrend seine Hände.
    
    "Nein, so war das nicht gemeint! Ich bin nur ... überrascht!"
    
    Er lächelte wie wissend. "Wir erkennen uns. Auch wenn wir uns nicht kennen. Haben sie die Karte neben ihnen für ihren Mann gekauft? Damit er bei ihnen ist? Anfangs hab ich das auch noch gemacht."
    
    "Es stimmt, er ist ... er ist tot. Aber eigentlich sollte ein ... ein Bekannter mitkommen. Aber er kam nicht."
    
    "Entschuldigen sie. Ich wollte ihnen nicht zu ..."
    
    Ich fiel ihm ins Wort. "Nein. Bitte nicht missverstehen. Ich bin Sandra." Sandra! Was machst du? Meine innere Stimme meldete sich.
    
    "Angenehm. Ich bin Peter."
    
    "Lust auf einen Absacker?" ...
    ... Sandra!!!!
    
    "Gerne." Wir begaben uns jetzt zum Ausgang. "Bist du öfters hier?"
    
    "Nein. Das war hier meine Premiere!"
    
    "Ist es lange her bei dir? Mir hatte es damals das Leben gerettet. Vorher hatte ich nie Klassik gehört."
    
    "Deine Frau?" Er nickte. "Bei mir vier Monate. Uwe, mein Mann."
    
    "Du hast das aber bemerkenswert gut weggesteckt!"
    
    "Meinst du? Das hat mit den Umständen zu tun. Außerdem ... er hatte sich damals gegen mich gewendet, kurz vor seinem Tod. Warum dann meine Tränen?"
    
    "Tote kann man zuschütten. Gefühle nicht. Die bleiben leben, solange man selbst lebt."
    
    "Bist du Psychiater?"
    
    "Nein, Überlebender."
    
    Mittlerweile waren wir bei der Treppe angekommen und fuhren herunter. "Jetzt fahren wir in die Hölle", sagte ich.
    
    "Meinst du, weil wir vorhin in den Himmel gefahren sind?"
    
    "Du hast es also auch so empfunden?!" Wir können noch viel mehr mit ihm empfinden, sagte meine kleine Miss.
    
    "Ja, ganz genau so. Hölle gibt's aber da unten nicht. Das ist Kirchenkrams. Die wirkliche Hölle ist in uns drin!"
    
    "Hast du da eine?" Es war sicher eine sehr provokante Frage, aber er lachte nur.
    
    "Wenn ja, ist die tief verborgen. Und du?"
    
    Jetzt lachte auch ich. "Finde es raus!"
    
    "Eine typische Frauenantwort."
    
    "Kannst du damit leben?"
    
    "Muss ja, 'ne? Frauen ändern sich da nicht."
    
    Wir waren unten angekommen. "Wohin?", fragte ich.
    
    "Komm mit!" Es waren wirklich nur wenige Meter, dann kamen wir an. Die Gaststätte war modern und hipp eingerichtet, und lag ...
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