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Milfy Way
Datum: 24.10.2026, Kategorien: Verführung
... war nie dort und Uwe meines Wissens auch nicht. Wieso?" "Man hat das Auto von Evelyn dort gefunden. Wo warst du überhaupt so lange?" Ja, was konnte, was durfte ich ihm sagen? Eigentlich nichts. Ich hatte den richtigen Riecher, aber kläglich versagt. Vermutlich sah sowohl ich als auch er sein Geld nie wieder. "Ich war in Wien ... geschäftlich. Neue Kollektionen ... du weißt schon!" "Dass du überhaupt noch dazu in der Lage bist. Ich kann kaum noch schlafen." "Ja Piere, das glaub ich dir. Sonst gibt es nichts neues?" Natürlich wollte ich wissen, ob mir noch irgendeine Gefahr drohte. "Nein, nichts. Sie sind wie vom Erdboden verschwunden. Und das Geld natürlich auch." "Vielleicht gibt es ja noch ein Wunder." "Ja, daran versuche ich auch zu glauben. Nur das hält mich noch am Leben. So ein Mist!" "Weswegen ist dein Handy denn kaputt gegangen?" Keine Antwort. "Piere?" "Ja. Ich hab es in einem Wutanfall gegen die Wand geschleudert. Ich konnte einfach nicht mehr!" Piere ging jetzt richtig aus sich heraus. "Da arbeite ich bis in die Nacht an so einem neuen Projekt, und weiß doch, dass das alles vergebens ist." "Halte durch Piere!" "Ja, mache ich. Dir noch einen schönen Abend." "Dir auch." "Danke Sandra." Piere legte auf. Die Sache mit Brüssel hielt ich für eine Finte. Vermutlich wollten die beiden nur falsche Spuren legen. Der Anruf erinnerte mich wieder an das Schlamassel in dem ich steckte. Ach was, ich hab mich auch noch tiefer in den Schlamm ...
... gewühlt. Wie doof kann man sein! Ich hatte wahnsinniges Glück gehabt überhaupt die Info zu bekommen wo Evelyn war. Und dann das! Ich hätte Evelyn beschatten müssen, schauen, wo sie hingeht, um über sie vielleicht an Uwe zu kommen. Und was mache ich? Ging auf Evelyn los! Ich blöde Kuh! Ich könnte mich zum Mond schießen! Ohne Rückfahrkarte! Ja, fein gemacht, Sandra! Ganz großes Kino! The Eagle ist crashed! This ist the first step for you, but the last too! Da kam ich doch jetzt nie wieder raus! Nächste Ausfahrt: Hoffnungslosigkeit. Übernächste: Armut. Letzte Ausfahrt: Elend. Ja, Elend, genau so fühlte ich mich. Ehemann weg. Geld futsch. Ich hatte keine Ahnung, wie ich ohne die Renovierung gemacht zu haben und ohne Unterstützung durch Uwes Gehalt die Hypothekentilgung durchführen könnte. Ich bekam das Heulen, bis ich wieder ermattet einschlief. Am nächsten Morgen blickte ich im Bad sorgenvoll in den Spiegel. Wie würde ich wohl aussehen? Bestimmt zerknautscht. Und ich erschrak mich. An meinem Hals prangte, und zwar puterrot, ein wunderbar entwickelter Knutschfleck. Wien-Julian! Gleich darauf erinnerte ich mich wieder an ihn und meine Gesichtszüge nahmen wieder einen mild gestimmten Ausdruck an. Ja, Julian. Und dann erinnerte ich mich an die Blicke gestern von Vanessa, und auch von Rita. Sie hatten versucht, das Grienen zu unterdrücken und ich hatte es für Lächeln gehalten. Meine Gesichtsfarbe änderte sich schon wieder zur Rot. Ich überlegte ob ich einfach ein Halstuch umbinden ...