1. Viktoria- Das Wiedersehen


    Datum: 27.10.2026, Kategorien: Verführung

    VIKTORIA
    
    DAS WIEDERSEHEN
    
    PROLOG
    
    Familienfeier. Mit anderen Worten:
    
    Gähn.
    
    Aber ich wurde dazu genötigt. Oma Helgas Geburtstag. 80 Jahre. What a Day. Was für ein Ehrentag. Ich zog mir also was Feines an, und begab mich in die Höhle der Löwen. Denn was anderes war es nicht. Eine zur Schau Stellung der Familiengeneration. Ich war mit meinen gerade zweiundzwanzig Jährchen das Bindeglied zwischen alt und jung. Hinter mir Kids, vor mir Oldies. Zum Glück gab es Alkohol. Und dann... Ole. Mein älterer Cousin. Und alles veränderte sich. Ole war sechs Jahre älter als ich. Früher wohnten unsere Eltern noch in einem Haus, so wuchsen wir wie Geschwister auf. Doch dann trennten sich seine Eltern, und er zog mit seiner Mutter wieder in den Norden. An die Küste. Ich hatte beim Abschied fast geheult. Ernsthaft. Wir blieben im Kontakt, doch natürlich verlief es irgendwann im Sande. Damals war er so alt wie ich jetzt. Und ich das Kind. Aber nun...
    
    Er war ein richtiger Mann. Groß, schlank und blond. Jugendliches Lachen. Strahlend blaue Augen. Er trug kurze Jeans und ein weißes Hemd. Die einzige kurze Hose die an einem männlichen Wesen saß, das älter als vierzehn war. Typisch Ole. Aber er erkannte mich auch sofort. Wo seine Mama eine kühle Norddeutsche von der Küste war, da war meine Mama eine rassige Südeuropäerin. Und das sah man mir auch an. Langes und tiefschwarzes Haar. Elegante hohe Wangenknochen, die etwas scharfen Gesichtskonturen und große dunkle Augen. Ich ...
    ... wusste selber das ich schon ganz gut aussah. Und er empfand es damals schon so. Sagte immer ich wäre da schon die schönste Frau der Familie. Und er behielt natürlich recht. Narzisstisch? Ja, ich weiß.
    
    Ab da lief die Familienfeier anders. Ole und ich gluckten sofort wieder zusammen, so wie früher. Damals um uns Blödsinn auszudenken, und heute... nicht viel besser. Nur mit Alkohol zusammen. Wir redeten über uns, über alles andere, und wieder über uns. Als er sagte, er lebte zur Zeit auf einem Campingplatz, lachte ich. Aber ich glaubte es sofort. Und als wir unsere Mobilfunknummern austauschten, meinte er ich sollte ihn auf dem Platz einfach mal besuchen kommen. Als er sich dann verabschieden musste ging ich mit ihm auf den Parkplatz. Er hatte einen schmutzigen Nissan Pickup. Passte auch zu ihm. Wir umarmten uns... und dann küssten wir uns zart. Fast so wie früher. Brüderlein und Schwesterlein. Aber es war eine andere Zeit.
    
    EINS
    
    Wir hatten telefoniert. Uns seit der Feier auch Nachrichten geschickt. Und ich nahm sein Angebot einfach mal an. Ich war neugierig. So saß ich jetzt in meinem umgebauten VW Bus und fuhr von Hannover nach Hameln, quer hindurch und dann auf Nebenstraßen Richtung eines kleinen Campingplatzes an der Weser. Der Platz war aber nur für Dauercamper. Also nicht für Urlaubscamper. Man pachtete dort eine Parzelle für länger, dafür durfte man relativ entspannt tun und machen was man wollte. Es gab Strom und Wasser an den jeweiligen Parzellen. Dusch- und ...
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