1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... besonderer Tag dies war aber auch, was sie für ein Risiko eingingen.
    
    Mit Händen und Füßen versuchte er Anastasia darauf vorzubereiten. Ihr ängstliches Gesicht, konnte er voll und ganz nachvollziehen. Sie war eine geflohene Kriegsgefangene und wenn man ihn mit ihr erwischte, wär eine Kugel das Letzte was er sehen würde. Und mal abgesehen, was sie mit ihr machen würden.
    
    Im laufe der Woche kam ihm der rettende Einfall. Anton hatte seine Zweituniform mitgebracht. Anna sah in seinen Hosen, noch reingeborgter aus als er. Doch genau das hatte Anton bezweckt. Wie zwei Kameraden auf Urlaub, liefen sie unbemerkt zum Haus der Mutter. Anton öffnete das Hoftor des Dreiseitenhofes. Anastasia schaute sich um und sie gingen gemeinsam, dem Wohnhaus entgegen. Ihr war das Alles immer noch nicht geheuer.
    
    Anton trat ein und zog Anna hinter sich her. Er schloss die Tür und half Anastasia aus der Uniformjacke.
    
    Antons Mutter wusste sofort was Sache war. "Bist du verrückt?" rief sie fast panisch.
    
    "Zieh sofort die Vorhänge zu". Die Fenster schauten zur Straße raus und hätten jedem Einblick geboten.
    
    Von der Angst von Antons Mutter angesteckt, klammerte Anna sich an Antons Arm. Ängstlich und verschreckt wirkte das junge Mädchen, welches neben ihrem Jungen stand.
    
    "Ich bin Hildegard" redete sie jetzt ruhig auf die junge Frau ein.
    
    "Childegrad"? Anastasia hatte deutlich Probleme ihren Namen auszusprechen. Hilde lachte etwas und das Mädchen, welches hilfesuchend zu Anton schaute, ...
    ... wirkte verwundert.
    
    "Weißt du was Kleine. Du kannst Mama zu mir sagen"
    
    "Mama" das Wort kam Anastasia leicht über die Lippen. Dieses Wort bedeutete in allen Sprachen das Gleiche.
    
    Hilde reichte ihr, freundlich schauend, die Hand. Als Anastasia sie ergriff, zog Hilde sie in ihre Arme. Fest umschlang sie das kleine Wesen, mit der Güte und der Wärme einer Mutter.
    
    Hildegard hatte gesehen, wie die Beiden sich anschauten. Das waren keine Feinde. Das waren Kinder die sich bedingungslos liebten.
    
    Hilde nahm Anastasia an der Hand, mit in die gute Stube. Auf dem Tisch stand ein Kuchen mit einer Kerze darauf.
    
    Auch wenn er heute Achtzehn wurde, nahm seine Mutter ihn in die Arme und kusselte ihn, wie ein kleines Kind. Sie stimmte das Lied "Alles Gute zum Geburtstag" an und entzündete die Kerze auf dem Kuchen.
    
    Anastasia hatte inzwischen jegliche Scheu verloren. Auch wenn Anton das Geknuddel seiner Mutter etwas peinlich war, erduldete er es. Sie sah dem Treiben jetzt belustigt zu, denn sie hatte inzwischen auch begriffen, dass Anton heute Geburtstag hatte.
    
    Anton schnitt den Kuchen an. Es war nichts Besonderes, denn in den schweren Zeiten war es nicht einfach, alle Zutaten zu bekommen.
    
    Sie saßen zusammen am Tisch, aßen und tranken Tee.
    
    Anastasia schaute sich um. Auf dem Holzofenherd kochte das Wasser. Schöne alte Holzmöbel zeugten von besseren Zeiten. Antons Vater hatte den großen Hof gut im Griff gehabt. Als er und ihre zwei Knechte eingezogen wurden, konnte Hilde die ...
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