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Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte
Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch
... überbringen?" fragte Anton voller Hoffnung. Helmut nickte, obwohl er noch nicht wirklich wusste, wie er das bewerkstelligen sollte. "Ich komme in 2 Stunden noch einmal vorbei. Vorher will ich mich noch von meine Eltern verabschieden. Ich muss dann wieder los." Helmut klopfte Anton auf die Schulter als er aufstand. Nie hätte er gedacht, dass sein Freund sich in so eine prekäre Lage manövrieren würde. Zwei Stunden später war Helmut wieder da und nahm Antons Brief entgegen. "Ich pass auf sie auf" sprach Helmut, obwohl sie beide wussten, dass ein einfacher Wachsoldat null Befugnisse für irgendetwas hatte. Frühestens in 2 Wochen würde Helmut wieder Ausgang haben und das war bei ihrem akuten Mangel an Leuten, auch nicht sicher. Antons ganze Hoffnung lag jetzt in seinem Freund. Tage vergingen und Helmut bekam einfach keine Gelegenheit den Brief weiter zu leiten. Von Weitem hatte er Anastasia schon gesehen. Auch wenn es, mit etwa 1000 Gefangenen ein verhältnismäßig kleines Lager war, passte jeder auf jeden auf. Anastasia war mit Abstand die jüngste Frau hier. Als Nesthäkchen wurde sie von allen umsorgt, besonders als die andern Frauen die Veränderungen bei ihr wahr nahmen, hatten sie ein besonderes Auge auf sie. Jede Baracke hatte einen Ältesten, der die Anweisungen der Lagerleitung durchzusetzen hatte. Helmut war jetzt schon 4 Tage zurück als ihm diese Gelegenheit in den Schoß fiel. Er war gerade nicht am Außenzaun eingeteilt und bekam den Befehl ...
... alle Barackenältesten zum Kommandeur zu rufen. Sein Herz klopfte wie verrückt als er in die Frauenbaracke trat. Grimmige Blicke schlugen dem jungen Kerl entgegen. Er übermittelte den Befehl, machte aber nicht gleich kehrt. Er trat noch weiter in die Baracke und suchte die Gesichter ab. In der hintersten Ecke entdeckte er sie. Noch konnte er zurück. Was, wenn eine der Frauen eine Verräterin war. Seine Beine trugen ihn immer weiter, Anastasia entgegen. Die älteren Frauen hatten seinen fixierenden Blick gesehen und stellten sich ihm in den Weg. "Bist du Anna?" fragte er sie durch die Frauenwand hindurch. Anastasia hob ihren Kopf. Niemand von der Wachmannschaft kannte den Namen, eines Gefangenen. "Ich komme von Anton" sprach Helmut weiter. Anastasia sprang sofort auf und drängte durch die Mauer von Frauen. Anton, den Namen hatte sie sofort verstanden. Mit fragenden und hoffenden Augen, schaute sie den Soldaten an. Helmut zog Antons Brief aus seiner Jackentasche und überreichte ihn ihr. Das Gesicht des jungen Mädchen hellte sich mit einem Male auf. Das Leid und die Strapazen der letzten Monate im Lager waren, wie dahin gefegt und wichen, grenzenloser Euphorie. "Danke" brachte Anastasia in gebrochenem Deutsch und mit belegter Stimme hervor. Helmut musste sich nun sputen. Er war viel zu lange in der Baracke geblieben. Ohne eines weiteren Blickes stürmte er aus der Baracke. Die Frauen schauten ihre Kleine verwundert an. Nun kam Anastasia nicht umhin, den ...