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Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte
Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch
... Brief zu öffnen und allen ihre Geschichte zu erzählen. Wie sie mehr oder weniger freiwillig, von einem älteren Gefangenen vom Lkw in die Freiheit geschubst wurde. Wie sie Tage umher irrte und dann diese Höhle fand. Wie sie Anton kennen und lieben lernte. Eine so schöne Liebesgeschichte war auch für die anderen Frauen ein Lichtblick, in einer so düsteren Zeit und zeigte, dass die Menschlichkeit noch nicht ganz gestorben war. Aus den Schreibübungen hatte Anton seinen und Anastasias Namen, in kyrillisch geschrieben und mit einem roten Herz eingerahmt. Ihr Herz klopfte vor Freude und sie drückte den Zettel ganz fest an ihr Herz. Zusätzlich hatte Anton das Porträt beigelegt, welches Anna, von ihm gemalt hatte. Das Lagerleben hatte ihr mächtig zugesetzt. Durch die schwere Arbeit, hart gezeichnet, hatte sie die Hoffnung auf eine normale Zukunft fast aufgegeben. So trost- und hoffnungslos ihr Leben in den letzten Wochen auch war, so groß war der Lichtblick, der mit diesem Brief in ihr Leben trat. "Ist er der Vater deines Kindes?" fragte eine der älteren Frauen. Anastasia erschrak. Sie hatte die ganze Zeit ihren Bauch zu verbergen versucht. Lange Zeit war sie sich selber nicht sicher. Durch den Stress und das wenige Essen, hatte ihre Regel schon seit Monaten immer wieder einmal ausgesetzt. Doch diesen Frauen konnte Anastasia nichts vormachen. Kopfnickend bejate sie ihre Frage. Von den Frauen umringt, erleichterte sie ihr Herz und erzählte ihre ...
... Geschichte. Tränen standen einigen Frauen in den Augen, denn die Perspektiven für ein glückliches Ende standen unheimlich schlecht. Wenn sie schon als Nesthäkchen von allen bemuttert wurde, so kümmerten sie sich jetzt noch rührender um sie. Dennoch fiel ihr die Arbeit zunehmend schwerer. Für die ohnehin schon zierliche Person, war die tägliche Arbeit im Stollen, eine ungeheure Strapaze. Die Barackenälteste hatte Timo, den Lagerältesten eingeweiht. So wurde Anastasia wenigstens in die Küche abkommandiert. Die Arbeit war zwar nicht viel leichter aber ab und zu fiel etwas, extra Essen für sie ab. Seit Wochen hatte sie nichts von Anton gehört. Helmuts Ausgang war wegen Personalmangel, mehrfach gestrichen worden. Fast das ganze Lager nahm an dem Schicksal der beiden jungen Leute teil und so wurde Helmut, ein Brief an Anton zugespielt. Auch Helmut wurde ab dem Zeitpunkt anders behandelt. Ihm wurde plötzlich, ein gewisser Grad an Höflichkeit und Respekt entgegengebracht. Antons trostlosestes Weihnachten war schon einige Zeit vorbei als ihn der Brief von Anastasia erreichte. Er hatte nun fast 6 Wochen nichts von ihr gehört. Quälend lange war ihm die Zeit, ohne sie vorgekommen. Er hielt es nicht mehr aus. Er musste etwas unternehmen! Die Kriegsnachrichten waren ernüchternd. Die rote Armee rückte unaufhaltsam in Richtung Neiße vor. Von da aus waren es nur noch wenige Kilometer bis zu ihnen. Viel größere Sorgen machte er sich aber um seine Liebe. Oberleutnant Hinrichs hatte ...