1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... sich bisher als guter Ratgeber erwiesen. Die Geschichte mit Anastasia, konnte er ihm zwar nicht erzählen, dennoch bat er ihn um eine Versetzung nach Weißig, in dieses Lager.
    
    Dies zu genehmigen, war Hinrichs letzte gute Tat, denn sein Posten wurde aufgelöst und jeder verfügbare Mann, Richtung Front abkommandiert.
    
    Am 21. 02. meldete sich Anton, mit zwei weiteren Kameraden zum Dienst. Das Lager hatte kaum noch Offiziere. Sie waren alle schon an die Front abkommandiert worden oder waren anderweitig abhanden gekommen.
    
    So war Hauptsturmführer Menkes Leiter dieses Lagers, obwohl er bei weitem nicht den Dienstgrad dafür hatte. Er war der einzige SS Mann hier. Die Mannschaften waren ein zusammengewürfelter Haufen. Kriegsuntaugliche Senioren und viele Grünschnäbel, von denen sich die Jüngsten noch nicht einmal rasierten, hielten das Lager notdürftig in Schach.
    
    Die Angst war allgegenwärtig, denn die Russen hatten die Neiße überschritten und die überfliegenden Jagdflugzeuge und das in der Ferne zu hörende Kanonengrollen, zeigte die Front in absehbarer Nähe, auf sie zukommen.
    
    Helmut empfing Anton freudig. Schnell zeigte er ihm die Baracke in der Anastasia untergebracht war. Als Neuling war Anton allerdings am Außenzaun eingeteilt und hatte keine Möglichkeit das Lager von Innen zu sehen.
    
    Sehnsüchtig schaute er durch den Zaun und versuchte seine Anna zu erblicken. Drei Wochen war er nun schon hier und er war schon kurz vorm Verzweifeln. Selbst Helmut hatte keine ...
    ... Möglichkeit bekommen, mit Anna in Kontakt zu treten.
    
    Ihre Unterkünfte befanden sich auch außerhalb des Lagers, weil es irrwitziger Weise mitten in den Ort gebaut worden war.
    
    Der Kanonendonner rückte jeden Tag näher. Alle Offiziere und Unteroffiziere hatten sich aus dem Staub gemacht. Einzig dieser sadistische SS Hauptsturmführer war noch dageblieben. Die Fahrzeuge für die Arbeit in den Stollen kamen schon seit Tagen nicht mehr.
    
    Selbst unter den Häftlingen hatten sich die Nachrichten schon herumgesprochen. Da sie jetzt den ganzen Tag im Lager verbrachten, machte sich zunehmend Unruhe breit. Die Lkws zum Abtransport der Häftlinge kamen nicht. Menkes erhielt nicht einmal eine Nachricht auf seine Anforderung. Auch er spürte jetzt, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen war.
    
    Hauptsturmführer Menkes bestellte die Barackenältesten ein. Er wollte erneut deutlich machen, dass er keine Disziplinlosigkeit dulden würde.
    
    Da Helmut gut mit den russischen Frauen auskam, war er wieder als Bote gefragt. Das war die Chance. Als Antons Vorgesetzter legte er einfach fest, dass dieser ihn zur Sicherung zu begleiten hatte. Niemand stellte Fragen, denn keiner wollte sich freiwillig in diesen Hexenkessel begeben.
    
    Kaum war die Tür der Baracke geschlossen, rief Anton laut "Anna".
    
    Die Frauen schauten auf, als aus der hintersten Ecke, ein ungläubig, fragendes "Anton?" kam.
    
    Er lehnte sein Gewehr an das nächste Bettgestell und eilte durch das Spalier, welches die Frauen zu Anastasia ...
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