1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... ruhigem, wenig befehlsmäßigem Ton.
    
    Anton tat wie ihm geheißen, klopfte an und trat ein als man ihn herein bat.
    
    "Eine saubere Leistung Anton" lobte er ihn.
    
    "Danke Herr Oberleutnant" antwortete Anton zackig und war zurecht stolz auf sich.
    
    "Setz dich" redete Hinrichs weiter. Er war Militär untypisch, zum Du übergegangen.
    
    Hinrichs war vor vielen Jahren noch Lehrer gewesen und hatte auch Anton unterrichtet. Außerdem war er ein Skatbruder seines Vaters und kannte ihn schon von klein auf.
    
    "Habt ihr was von deinem Vater gehört?" fragte er weiter.
    
    Anton schaute zu Boden und schüttelte mit dem Kopf. Sie hatten schon seit Monaten keinen Brief von Vater erhalten und wussten nicht einmal, ob er überhaupt noch lebte.
    
    "Wird schon" munterte Hinrichs ihn auf. Er beugte sich zu seinem Schreibtisch und öffnete eine Schublade. Eine Tafel Schokolade und eine Flasche Bier kamen daraus hervor. Er schob es zu Anton rüber.
    
    "Nimm schon, das hast du dir verdient. Genieße es! Wer weiß wie lange wir alle noch am Leben sind."
    
    Anton schaute den Oberleutnant erschrocken an. Er war der Erste, der offen vor ihm den Krieg und den Endsieg in Frage stellte.
    
    Hinrichs schien viel darüber nachzudenken. Er wirkte schon fast etwas melancholisch. Anton sah aber auch die Sorgenfalten in Hinrichs Gesicht. Sein Antlitz wirkte fahl, so als würde ihn etwas schwer belasten. In sich gekehrt, saß er vor dem jungen Burschen und es schien als hätte er ihn schon vergessen.
    
    "Scher dich heim! ...
    ... Deine Mutter macht sich sonst noch Sorgen" fauchte er ihn plötzlich an und komplimentierte ihn nun ziemlich zügig hinaus.
    
    Anton war völlig verwirrt und verließ mit der Schokolade und dem Bier das Dienstzimmer und die Burg.
    
    Schnell vergaß er Hinrichs Worte. Mit stolzgeschwellter Brust, kehrte seine gute Laune augenblicklich zurück.
    
    Pfeifend lief er durch den Wald und überlegte schon, sich die Flasche Bier an Ort und Stelle zu genehmigen. Der Wind rauschte durch die Baumkronen.
    
    Hätte er mal lieber nach oben geschaut. So sonnig sein Gemüt im Moment auch war, so dunkel zogen die Wolken über ihm auf. Schlagartig ergoss sich der ganze Himmel über ihm. Blitze zuckten krachend, aus der dunklen Wand. Seine Sachen tropften im nächsten Moment, vor Nässe und bis nach Hause waren es immer noch gut 3 Kilometer.
    
    Die Räuberhöhle schoss es ihm durch den Kopf. Unweit vom See hatte er und sein Freund Helmut in Kindertagen eine kleine Höhle entdeckt, die bis heute ihr Geheimnis war.
    
    Von Büschen zugewachsen war es damals das beste Versteck, für ihre Raubzüge.
    
    Anton schob die Äste zur Seite und huschte ins Trockene.
    
    "Phhoaarr" schüttelte er seine nassen Haare. Seine triefnasse Uniformjacke zog er sofort aus, bevor er mordsmäßig zusammenzuckte. Im Dunkel der Höhle hatte er eine Bewegung wahrgenommen.
    
    "Wer ist da?" rief er ängstlich ins Dunkel. Nichts, nicht einmal eine kleine Regung war zu sehen.
    
    Anton griff in seine Hosentasche und holte sein Feuerzeug heraus. Obwohl er ...
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