1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... nicht rauchte, war es bei den Jungs zu einer Art Statussymbol geworden. Das und ein Taschenmesser waren ständig in seiner Hosentasche dabei.
    
    Das fahle Licht der Flamme erhellte den dunklen Raum etwas. Anton erschrak erneut. In der Ecke saß ein junges Mädchen. Ihre Haarfarbe konnte Anton nicht ausmachen aber ihr Gesicht leuchtete in strahlend blassem Weiß. Ihre ganze Gestalt schien ausgemergelt zu sein, soweit er das erkennen konnte.
    
    Ihr Blick wirkte ängstlich und total verschüchtert. Zusammengekauert saß sie in der hintersten Ecke und rührte sich nicht. Anton sammelte einige trockene Zweige die um ihn herum lagen und zündete ein kleines Feuer an. Ihm war inzwischen etwas kalt geworden, auch wenn es draußen noch immer 25 Grad hatte.
    
    Er und das Mädchen belauerten sich. Er hatte mindestens genauso viel Angst, wie sie.
    
    Ihr Blick ging immer wieder zu seiner Hand, in der er die Schokolade hielt.
    
    "Hast du Hunger?" fragte Anton und zeigte auf die Tafel.
    
    Ihre Augen hatten das erste Mal, so etwas wie Leben in sich. Dennoch rührte sie sich nicht und ließ auch keinen Ton verlauten.
    
    Anton spürte ihre unsagbare Angst deutlich. Er brach die Tafel in zwei Hälften und legte eine davon, auf halber Strecke zu ihr, auf den Boden. Selbst dabei zuckte sie zusammen und hätte die Felswand sie nicht aufgehalten, wäre sie noch tiefer in die Höhle gekrochen.
    
    Anton setzte sich wieder auf seine Seite des Feuers.
    
    Der Hunger schien größer als ihre Angst zu sein. Langsam tastete ...
    ... sie sich aus dem Dunkeln. Das Gesicht der jungen Frau erschien im fahlen Licht des Feuers. Ihre Augen sahen traurig aus. Sie war noch nicht einmal eine Frau. Das Mädchen war kaum älter als er.
    
    "Wie heißt du?" fragte er sie als sie dieses Mal, nicht wieder bis zur Felswand verschwand. Ihr schien die Wärme des Feuers genau so gut zu tun, wie dem durchnässten Anton.
    
    Sie schwieg noch immer beharrlich. Anton machte einen erneuten Versuch. "Mein Name ist "Anton" sprach er sie noch einmal, mit ruhigem Ton an.
    
    Und wieder schaute sie nur abwartend zu ihm. Sie saßen nun schon eine geschlagene halbe Stunde zusammen.
    
    Seine Mutter würde sich Sorgen machen. Er war sonst extrem zuverlässig und nie unpünktlich und der Regen hatte nachgelassen.
    
    "Ich muss jetzt wieder los" sagte er als er aufstand. Erschrocken rückte sie einen Meter zurück. Anton schnappte sich seine Jacke. Die Flasche Bier legte er ihr ans Feuer, winkte zum Abschied und verschwand durch die Büsche.
    
    Den ganzen Tag über musste er an das Mädchen denken. Was war nur passiert, dass sie so eine Angst hatte. Ihr Gesicht tauchte immer wieder, vor seinem inneren Auge auf. Sie hatte ein wirklich hübsches Gesicht, wenngleich die Strapazen, ihr deutlich anzusehen waren.
    
    18.00 Uhr musste er wieder zum Dienst antreten. Er schmierte zu Hause eine Stulle mehr und machte sich etwas früher auf den Weg.
    
    An der Höhle schaute er sich vorsichtig um. "Ich bin es Anton" rief er um sie vorzuwarnen. Insgeheim hoffte er, dass sie ...
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