1. Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte


    Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch

    ... noch immer da sein würde. Seine Hoffnungen wurden jedoch enttäuscht. Niemand war zu sehen. Trotzdem legte er die Stulle auf den Stein, neben das abgebrannte Feuer.
    
    Er hatte es nun eilig. Der Dienst verlief ruhig. Zu ruhig, denn Anton hatte nicht all zu viel geschlafen. Hinrichs gönnte den Grünschnäbeln die nächtliche Ruhe. An die Mauer gelehnt, waren drei seiner Jungs eingeschlafen. Selbst als der Unteroffizier die Jungs zusammenstauchen wollte, wurde er von ihm zurückgepfiffen.
    
    Anton eilte sofort nach dem Dienst zur Höhle. Es war viertel nach sechs als er keuchend dort ankam.
    
    Anton musste erst einmal Luft holen, bevor er die Zweige beiseite bog und in die Höhle ging.
    
    Das Mädchen schlief zusammengerollt in der hintersten Ecke. Anton freute sich als er sah, dass die Stulle verschwunden war. Er konnte nicht anders. Im Schein des Feuerzeugs sah sie so friedlich aus. Ihr rotbraunes Haar war etwas über ihr Gesicht gefallen. Anton lächelte als er sah, wie sich ihre kleine süße Stupsnase rümpfte. Sicher war ihr der Geruch des Feuerzeuges in die Nase gefahren.
    
    Langsam öffnete sie ihre Augen und schrak zusammen. Doch als sie gewahrte, dass es Anton war, entspannte sie sich schnell wieder. Sie reckte und streckte sich, bevor sie sich vor Anton hinsetzte und ihn genauso eindringlich musterte, wie er sie.
    
    Schweigend schauten sie sich eine ganze Weile an. Anton musste auf einmal Lächeln und zauberte nun auch ihr, den Anflug eines verschmitzten Grinsens ins ...
    ... Gesicht.
    
    Er startete erneut einen Anlauf und sprach sie an: "Ich heiße Anton und du?"
    
    Verstehen konnte sie ihn. Schließlich schüttelte sie ihren Kopf und legte ihren Finger, als Zeichen des Schweigens, vor ihren Mund.
    
    Sie hatte wirklich weiche volle Lippen. Anton hatte nie darüber nachgedacht aber das mussten die richtigen Lippen zum küssen sein.
    
    So als würde sie seine Gedanken erraten, rückte sie etwas ab. Was musste sie alles Schlimmes erlebt haben, um so argwöhnisch zu sein. Hatte er sie etwa zu aufdringlich angeschaut?
    
    Anton war schon eine ganze Weile bei ihr und als er auf seine Taschenuhr schaute, wusste er, dass er wieder los musste.
    
    Anton kramte in seiner Tasche und brachte den Rest seiner Ration von letzter Nacht zum Vorschein. Der Hunger ließ sie unvorsichtig werden. Sie kam Anton entgegen und ihre Hände berührten sich, das erste Mal als er ihr, das eingewickelte Essen reichte.
    
    Er drehte sich noch einmal kurz zu ihr und winkte zum Abschied. Sie lächelte das erste Mal richtig und winkte zurück.
    
    So ging das eine reichliche Woche. Er sparte sich, ihr Essen von seiner Ration ab und manchmal nahm er auch Essen von zu Hause mit.
    
    Anton war beharrlich. Jeden Tag stellte er sich mit seinem Namen vor und fragte sie nach ihrem.
    
    Völlig perplex blickte er sie an als sie eines Tages antwortete.
    
    Sie zeigte auf sich und sagte "Anastasia".
    
    Anton schien nicht wirklich überrascht. Ihre verschlissene Kleidung und der Stil ließ ihn, das schon einige Tage ...
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