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Hochverrat oder was im Krieg nicht sein durfte
Datum: 04.11.2026, Kategorien: Romantisch
... als Sporthalle von den Soldaten genutzt. Auch wenn alle Geräte aus dem Raum geräumt waren, sah man hier und da noch einige Hinweise zu Körperertüchtigungsübungen. Doch an diesem Tag war es der große Festsaal. Eine riesige Tafel zog sich durch den Saal. Es muss wirklich mal schön ausgesehen haben. Links und rechts war der große Raum, ebenfalls von hohen Säulen gesäumt, die das gut 10 Meter hohe Dach trugen und damals für die nötige Akustik sorgten. Das alles interessierte Katja nicht. Ihre Augen suchten sofort nach Lenka. Sie saß mit ihren Eltern fast in der hintersten Ecke. Nahe der kleinen Bühne war die Obrigkeit platziert worden. Die deutschen Politgrößen, die nun die Geschicke der Stadt leiteten und die hochrangigen Offiziere saßen sich dort gegenüber. Der Kommandeur hielt eine kurze Rede und eröffnete letztendlich die Tafel. Plötzlich wuselten unzählige Soldaten durch den Raum und brachten reichlich zu Essen auf den Tisch. Für die deutschen Besucher waren die meisten Dinge absolut unbekannt. Die Frau des stellvertretenen Bürgermeisters fragte ihren Mann leise. "Weißt du was das alles ist?" Anastasia saß ihr gegenüber und schmunzelte. Erschrocken fuhr die Frau ertappt zusammen als sie ihr Lächeln sah. Jetzt war es an Anastasia ihr das Unwohlsein zu nehmen. Sie zeigte auf eine Schüssel vor ihr. "Hier sind Pelmeni. Das sind Teigtaschen die mit gemischten Hackfleisch gefüllt sind. Sie sollten sie mit etwas Sauerrahm probieren." "Sie sprechen ...
... ausgezeichnet deutsch, lobte sie Anastasia, die nur noch einen leichten Akzent hatte und sich auch schon etwas vom sächsischen Dialekt verinnerlicht hatte. Die beiden Frauen unterhielten sich angeregt und zogen schnell die Blicke der umliegenden Gäste auf sich. Schnell war Anastasia umringt und avancierte zur Generaldolmetscherin. Beide Seiten hatten zwar schon voneinander gelernt aber so perfekt wie Anastasia sprach kein anderer. So fand sie sich umringt von Offizieren und Politgrößen wieder. Michail sah dies mit Genugtuung. Seine Menschenkenntnis hatte ihn damals mit Anastasia zusammengebracht und er hatte sich nicht in ihr getäuscht. Plötzlich zwängte sich Katja durch den Pulk von Menschen. "Mama, Mama kann ich mit zu Lenka gehen und mit ihr spielen?" Sie störte sich überhaupt nicht daran, dass gerade ein hochrangiger Offizier um eine Übersetzung bat. In ihrem kindlichen Übermut fiel sie ihm ins Wort. Die Frauen schmunzelten, wobei manche Herren es augenscheinlich nicht gewohnt waren, dass man sie unterbrach. Katja hingegen hatte schon immer so eine Ausstrahlung, das auch den größten Eisblock erweichen konnte. "Ich kenne doch diese Lenka gar nicht." antwortete Anastasia ihrer Kleinen und blickte zu Michail. Dieser nickte und fügte noch beruhigend hinzu : "Ich kenne den Leutnant. Das ist schon in Ordnung." Anton war in dem Trubel fast unter gegangen. "Ich bringe sie rüber. Bleib du ruhig hier." Er gönnte Anastasia ihren Moment. Sie schien sich sichtlich wohl ...