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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Blick auf eine Probe unter dem Nanoskop zeigte, dass der Anteil an oxidiertem Eisen beträchtlich gesunken war. Mein Computer bestätigte diesen ersten Eindruck: Sämtliche Proben wiesen nur noch etwa 30 Prozent des ursprünglichen Eisengehalts auf. Diese Tatsache an sich war bereits ein grossartiger Erfolg, der meine Zukunft auf dem Planeten sichern konnte. Aber ich war noch viel gespannter darauf, ob sich auch meine zweite Annahme als richtig erweisen würde. Ich warf einen kurzen Blick auf das Poster der Schauspielerin, welches ich an der Höhlenwand angebracht hatte, lächelte ihr zu und trat dann wieder ins Freie. Vorsichtig brach ich an drei verschiedenen Stellen etwas von der Baumrinde ab, liess sie in drei Reagenzgläser fallen und gab jedem etwas Lösungsmittel dazu. Im Gegensatz zu den Bodenproben musste ich dieses mal die Zentrifuge verwenden, um die Bestandteile zu identifizieren. Das würde etwas länger dauern, daher beschloss ich, eine meiner geschmacklosen Überlebensrationen zu essen und etwas in meinen Träumen von ihr zu schwelgen. Ich ertappte mich immer wieder dabei, wie ich an sie dachte. Ornella Rossi. Ornella... sie hatte auch noch den gleichen Vornamen wie die Schauspielerin auf meinem Poster! In den vergangenen Tagen hatte ich versucht, mittels des planetaren Informationsnetzwerkes mehr über sie herauszufinden, doch mehr als ein kurzer Eintrag auf der öffentlich zugänglichen Flottendatenbank war nicht vorhanden - oder zumindest nicht zugänglich, wenn ...
... man nicht über die entsprechenden Berechtigungen verfügte. Wenn man nicht selbst zum Flottenpersonal gehörte, konnte man diese Berechtigungen zwar erwerben, aber dafür fehlten mir aktuell die finanziellen Mittel. Immerhin hätte ich sie über den Eintrag auf der Flottendatenbank kontaktieren können, aber auch das kostete Geld, welches ich momentan nicht hatte. Ich tröstete mich darüber hinweg, indem ich ihr öffentlich zugängliches Portrait mit der Frau auf meinem Poster, Ornella Muti, verglich. Die Ähnlichkeit war mehr als frappierend. Meine Gedanken kehrten ins Hier und Jetzt zurück, als die Zentrifuge mit einem meiner Meinung nach zufriedenen Piepen ihre Analyse beendete und die Daten an meinen Computer übermittelte. Das Resultat übertraf meine kühnsten Erwartungen: Der Eisengehalt der Rinde betrug im Durchschnitt 74 Prozent. Ich jubelte und führte in meiner Höhle einen kurzen Freudentanz auf, bevor ich weitere zehn Eicheln aus meinem kleinen Vorrat nahm, um auch diese mit meinem Gensequenzierer zu verändern. Spontan beschloss ich, dass ich die erste Eiseneiche nicht fällen würde. Sie sollte ein Denkmal für meinen Erfolg sein. Weitere 18 Tage vergingen, bevor mein Erzverarbeiter den ersten 5 Kilogramm schweren Eisenbarren ausspuckte. Ich hatte zwanzig Bäume gefällt und in mühseliger Feinarbeit die Rinde entfernt. Meine Axt war inzwischen sichtlich abgestumpft, da sie nicht dafür gedacht war, Eisen zu fällen. Zu meinem Glück hatte sich aber auch meine dritte Annahme ...