1. Die Galamex-Saga - Teil 01


    Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... bestätigt, denn unterhalb der Rinde bestanden die Bäume aus reinem Holz. Ein weiterer Rohstoff, für den ich garantiert Abnehmer finden würde.
    
    Während ich auf das Wachsen der Bäume gewartet hatte, hatte ich mein Grundstück in alle Richtungen erkundet und an diversen Stellen Bodenproben genommen, um den jeweiligen Eisengehalt zu bestimmen. Das war entscheidend, um mein weiteres Vorgehen zu planen. Natürlich würde ich anfänglich nur in der näheren Umgebung des Sees neue Bäume anpflanzen, da ich die Eichen nur auf diese Weise manuell bewässern konnte - aufgrund des beschleunigten Wachstums, reichte der natürlich fallende Regen nicht aus. Aber später würde ich eine entsprechende Bewässerungsanlage brauchen. Diese erstmal in die Richtung zu bauen, wo der grösste Eisenertrag zu erwarten war, war nur logisch.
    
    Etwas enttäuschend war hingegen die Eichelernte ausgefallen. Meine Eisenbäume hatten durchaus jede Menge abgeworfen - ich hatte inzwischen mehr Eicheln in meiner Höhle, als eine Grossfamilie an Eichhörnchen in einem Jahr vertilgen mochte - aber mehrere Versuche, diese unbearbeitet anzupflanzen, waren fehlgeschlagen. Die Eisenbäume hatten nur eine äusserst abgeschwächte Form des beschleunigten Wachstums an die nächste Generation weitergegeben: Statt innerhalb von 3 Tagen voll ausgewachsen zu sein, benötigten sie dafür 11 Tage. Noch schlimmer sah es beim Eisengehalt der Rinde der Bäume der zweiten Generation aus. Diese beinhaltete nur noch 7 Prozent Eisen. Aber was sich zu ...
    ... diesem Zeitpunkt wie ein Rückschlag anfühlte, sollte sich später als Vorteil erweisen. Zudem liessen sich die neuen Eicheln ebenso leicht genetisch modifizieren wie jene, die ich von der Erde mitgebracht hatte. Und so hatte ich zehn weitere Eisenbäume zu meinen zehn ursprünglichen hinzugefügt. Inzwischen hatte der Erzverarbeiter weitere 6 Barren ausgegeben, bevor er automatisch abgeschaltet hatte, weil diese den Ausgabeschacht versperrten. Ich räumte sie weg, schaufelte weitere Rinde in den Eingabeschacht und setzte die Maschine wieder in Gang.
    
    Ich war die viele physische Arbeit nicht gewohnt, erfreute mich dennoch daran. Ich fühlte mich so fit wie nie zuvor im Leben. Trotzdem arbeitete mein Gehirn bereits daran, die diversen Arbeitsprozesse zu automatisieren. Einen Schritt nach dem anderen, ermahnte ich mich. Automatisierung erforderte Geld, dass ich nicht hatte - noch nicht.
    
    Von den sechshunderttausend Stellari, die ich von meinem Onkel geerbt hatte, war nicht mehr viel übrig. Der Gensequenzierer hatte fast zwei Drittel davon verschlungen, weitere hunderttausend hatte meine Parzelle gekostet, nochmals siebzigtausend der Erzverarbeiter, fünfzehntausend das Nanoskop, zehntausend die Zentrifuge, rund weitere viertausend mein Computer sowie die übrige Ausrüstung und zu guter letzt zehntausend für meine Reise von der Erde ins Galamex-System. Auf meinem Konto waren noch genau 817 Stellari übrig.
    
    Ich räumte die nächsten sieben Eisenbarren weg und füllte Rinde nach. Es war ...
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